Markus Maria Profitlich begeisterte mit seinem Programm „Stehaufmännchen“

Ein Tom Tom fürs Leben

Wer seine Sendung „Mensch, Markus“ anschaut, kennt auch seine „tausend Gesichter“. Die sind im Fernsehen allerdings besser zu sehen, dafür stand das Schwergewicht leibhaftig auf der Stadthallenbühne. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Endlich hat es geklappt mit seinem Auftritt in der tiefsten Provinz, wo die Menschen sicher nicht mit Messer und Gabel essen können. Diesen platten Witz verziehen ihm seine Fans in der gut besuchten Stadthalle, die gekommen waren, um sich von dem Schwergewicht bestens unterhalten zu lassen.

„Stehaufmännchen“ heißt das neue Bühnenprogramm von dem Komödianten und Schauspieler Markus Maria Profitlich, das durchaus wörtlich genommen werden kann. Ein knappes Jahr nach seinem 50. Geburtstag reflektiert er sein Leben, eingebettet in ein Feuerwerk aus Sketchen und Liedern. Das alles präsentiert der Mann mit den tausend Gesichtern gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Ingrid Einfeldt, und seinem ständigen Begleiter Andy Muhlack, ohne dessen musikalische und geräuschakrobatische Untermalung seine Bühnenauftritte kaum denkbar sind.

„Ein kastrierter Kater jault schöner, wie der spielt“, lästert Profitlich hinter der Bühne, während die Kamera noch läuft. Eine große Bereicherung für das Programm sind diese Live-Aufnahmen, die auf eine Großleinwand auf der Bühne übertragen werden. Das Programm ist überhaupt sehr unterhaltsam, manchmal absurd, aber immer urkomisch! Unter Zuhilfenahme seines Tagebuchs erinnert er sich an seine Kindheit und Jugend, an tote Meerschweinchen, Bonanza und Pickel. Vom Opa, der ihn als Kind mit seinem Stalingrad-Märchen faszinierte, hat er wohl die Fantasie geerbt.

Die will er weitergeben und lässt es sich nicht nehmen, seine kleine Tochter anzurufen, um ihr das Gute-Nacht-Märchen zu erzählen. „Hänsel und Gretel“ - was für doofe Namen. „Super Mario und Lara Croft hatten noch kein Tom Tom und verirrten sich im Wald. Da kam die böse Hexe vorbei in Gestalt von Schwiegermutter Erika“.

Seine Erlebnisse als Bofrost-Vertreter in den Fängen seiner Kundin Elfi, die ihn verführen will, seine Darstellung der liebestollen Junggesellen beim „Speed-Dating“ sowie sein politisches Ballett gehörten zu den Höhepunkten. Der beliebte Fernsehstar, der bei der Wochenshow besonders als der „Erklärbär“ bekannt wurde, produziert inzwischen mit großem Erfolg seine eigene Unterhaltungssendung „Mensch Markus“ beim Privatsender Sat.1. Als „Hauke Haien“ will er das beschissene Fernsehprogramm allerdings mit Sendungen wie „Wetten Watt“, „Fischer sucht Frau“ oder „Labskaus-TV“ retten. Natürlich hat das Publikum auch was gelernt. „Niemals Gurken aus geöffneten Gläsern essen“. Da könnte jemand reingepinkelt haben.

Donnernder Applaus belohnte Markus Maria Profitlich, seine zierliche Ehefrau und Andy Muhlack, die neben dem „Stehaufmännchen“ nicht verblassten, sondern ebenfalls mit großer Bühnenpräsenz überzeugten.

Von Gudrun Schmidl

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