Über die Hälfte der Neu-Autofahrer mit Begleitung unterwegs

Führerschein mit 17 wird im Kreis immer beliebter

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Hersfeld-Rotenburg. Der Führerschein mit 17 liegt im Aufwärtstrend. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg absolvierten im Vorjahr 853 Fahrschüler ihre Prüfung im Alter von 17 Jahren. Das war mehr als die Hälfte aller Fahranfänger.

„Das Modell hat sich bewährt, nachdem am Anfang noch viele die Sorge hatten, dass 17-Jährige zu jung zum Autofahren sind“, sagt Polizei-Pressesprecher Manfred Knoch. Es habe seit der Einführung im Jahr 2011 keine besorgniserregenden Vorkommnisse mit den jüngeren Autofahrern gegeben.

Im Gegenteil: Die Verkehrsunfall-Statistik der hiesigen Polizei belegt, dass weniger 18- bis 25-Jährige verunglückt sind. „Jugendliche haben die Möglichkeit, beim begleiteten Fahren an Sicherheit zu gewinnen und können in brenzligen Situationen auf die Ratschläge von ihren erfahrenen Mitfahrern bauen“, sagt Knoch.

Das bestätigt auch Fahrlehrer Oliver Paul aus Bad Hersfeld. „Drei Viertel meiner Schüler stellen sich der Prüfung mit 17. Wenn ein Elternteil als ruhiger Vertreter neben ihnen sitzt, unterlassen sie riskante Raserei“, sagt er. Gerade wenn Freunde mit im Auto säßen, beobachte man oft eine gefährliche Gruppendynamik. „Das ist schlimmer, als alleine unterwegs zu sein. Junge Autofahrer wollen dann imponieren“, so Paul.

In der Stadt Kassel mit einem großen Netz öffentlicher Verkehrsmittel nahmen 2014 lediglich 30 Prozent der Fahrschüler das Angebot wahr, ihren Führerschein mit 17 zu machen. Hessenweit waren es 47 Prozent. Das liege daran, dass die Jugendlichen auf dem Land schneller mobil sein wollen, heißt es seitens des TÜV Hessen.

Das belegen die 53 Prozent der Fahrschüler, die sich im Vorjahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg dafür entschieden haben. Nur 746 Prüflinge waren laut Zahlen der Kreisverwaltung 18 oder älter. HINTERGRUND, ZUM TAGE, SEITE 2

Von Florian Künemund

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