Landkreis glänzt mit hohem Abbau von Arbeitslosigkeit und neuen Jobs

Führend in Hessen

Handwerk hat Zukunft: In den Bereichen Elektrik und Metallbau werden händeringend Fachkräfte gesucht. Foto:  Archiv

Hersfeld-Rotenburg. Nicht nur bei den absoluten Zahlen und Prozenten der Arbeitsmarktdaten hat Matthias Oppel, der Leiter der Bad Hersfelder Arbeitsagentur, die für die Bereiche Bad Hersfeld, Rotenburg/Bebra und Eschwege zuständig ist, Veränderungen festgestellt, auch bei der Form der Beschäftigung.

Kamen die meisten Arbeitslosen im Jahr 2009 noch aus der Zeitarbeit, so stammen sie im vergangenen Jahr aus dem Handel. „Die Unternehmen stellen wieder selber Mitarbeiter ein und bedienen sich nicht mehr so stark bei Zeitarbeitsfirmen“, folgert Oppel daraus. Der Handel ist übrigens eine der Branchen, die im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark eingestellt und damit Beschäftigung aufgebaut hat. Die Statistik weis hier ein Plus von fast acht Prozent auf.

Große Fluktuation

Und diese Angestellten haben zum großen Teil sozialversicherungspflichtige Vollzeit-Jobs und werden nicht geringfügig beschäftigt, stellt Oppel fest. Allerdings gebe es wohl eine große Fluktuation im Handel.

Wer im vergangenen Jahr im Landkreis Hersfeld-Rotenburg arbeitslos wurde, fand durchschnittlich nach 130 Tagen eine neue Stelle. Insgesamt verzeichnete die Arbeitsagentur 11 000 Zugänge und 11 000 Abgänge im vergangenen Jahr. Im Jahresdurchschnitt waren 3700 Menschen arbeitslos.

Starker Rückgang

Mit seiner Bilanz ist der Landkreis Hersfeld-Rotenburg übrigens führend in Hessen. Nirgendwo sonst ging die Arbeitslosigkeit so stark zurück wie hier (um 24,5 Prozent), nirgendwo sonst wurde so viel neue Beschäftigung aufgebaut (plus 1,9 Prozent). Ähnlich erfolgreich waren nur die Agenturbezirke Marburg (plus 1,8 Prozent und Kassel (plus 1,5 Prozent). Vor allem im südhessischen Raum ist dagegen ein Abbau von Beschäftigung festzustellen.

Doch es gibt nicht nur Grund zum Jubeln. Wenn es um die Bevölkerungsentwicklung geht, liegt der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ganz am Ende der Liste. Hier ist der Anteil der Älteren besonders hoch, der Anteil der Jüngeren besonders niedrig, das Zahlenverhältnis zwischen Alten und Jungen besonders schlecht und die Abwanderung besonders hoch. Für viele Betriebe, so macht Oppel deutlich, droht der Fachkräftemangel. Vor allem stelle sich die Frage, wer die vielen alten Menschen dann pflegen solle. (zac)

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