Frust, Schrumpfkuren und Neues von der Zukunft

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Symbolbild

Offen sagt keiner etwas, doch hinter vorgehaltener Hand regt sich in der Hersfelder Justiz, bei Polizei und Staatsanwaltschaft Unmut über allzu milde Urteile des Landgerichts in Fulda. So kam es kürzlich vor, dass der Haupttäter bei drei Spielhallen-Überfällen in Bad Hersfeld trotz zahlreicher Vorbelastungen von der Fuldaer Strafkammer bei einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten nochmals die Chance der Bewährung erhielt.

Das sorgte für einiges Kopfschütteln, denn einer der beiden Mittäter wurde vom Jugendschöffengericht in Bad Hersfeld zu einer höheren Strafe – zwei Jahre – verurteilt, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Von hiesigen Anwälten werden am Hersfelder Gericht mittlerweile schon im Grunde vernünftige Angebote zu Vereinbarungen ausgeschlagen, weil eine Berufung in Fulda deutlich geringere Strafen verspricht. Bei Richtern, Anklägern und Polizisten nördlich der Bischofsstadt sorgt das für gehörigen Frust.

Die unvermeidliche Schrumpfkur, die der Bad Hersfelder Haushalt 2014 angesichts ausbleibender Gewerbesteuereinnahmen erdulden muss, hat erhebliche und mitunter absonderliche Nebenwirkungen: So ist nach Informationen unserer Zeitung aus dem ehemaligen Großprojekt des „Lullus-Sportparks in der Fuldaaue“ der neue Titel „Sportanlage Oberau“ geworden. Soll heißen: Anstatt den gesamten Bereich mit seinen zum Teil ohnehin sanierungsbedürftigen Freizeit- und Sporteinrichtungen in ein Gesamtkonzept zu überführen, geht es jetzt nur noch ums Hessen-Stadion. Und dann gibt es da noch die seltsame Position des „Rückbaus“ im Kurpark.

Offenbar sollen Teile der mit großem Aufwand hergestellten und mit einem Preis ausgezeichneten Anlagen – man spricht von der „Magischen Quelle“ im hinteren Bereich – wieder entfernt werden. Hallo? Sonst geht’s uns aber noch gut, oder?

Veränderungen gibt es auch im Landratsamt: Die Zukunftsbeauftragte des Kreises, Anja Csenar, soll neue Leiterin des Immobilienmanagements werden. Damit bleibt sie der Zukunft verbunden, denn immerhin ist sie dann quasi „Oberhausmeisterin“ unserer Schulen. Die bisherige Leiterin des Immobilienmanagements wechselt auf eigenen Wunsch in die Kämmerei. Das bestätigte Landrat Dr. Schmidt unserer Zeitung.

Die Stelle der Zukunftsbeauftragen soll wiederbesetzt werden, kündigte der Landrat an. Dr. Schmidt hat dieser Position angesichts des demografischen Wandels stets hohe Bedeutung beigemessen, obwohl Kritiker den Posten für überflüssig halten. Wie dem auch sei: Der Kreis sorgt sich also auch weiter um unsere Zukunft.

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