Sonnenbrille raus und rein ins nächste Straßencafé – Hersfelder genießen neue Jahreszeit

Frühling macht fröhlich

Das erste Eis des Jahres: gönnen sich (von links) Lena Lochhaas, Gloria Willhardt und Mira Pfannmüller.

Bad Hersfeld. Statt sich ihren gefütterten Wintermantel zuzuknöpfen, haben viele Hersfelder gestern den Staub von ihren Sonnenbrillen gewischt. Die Jacken der Passanten in der Innenstadt stehen offen, lächelnde Gesichter strecken sich der Sonne entgegen, schlürfen Kaffee in genussvollen Schlucken oder lutschen das erste Eis des Jahres. Ja, die ersten Strahlen der Frühlingssonne schmecken süß.

Da macht scheinbar sogar das Autowaschen Spaß. Obwohl die Schlange der Autos im Waschpark immer länger wird, behalten die Fahrer das Grinsen im Gesicht. „Jetzt muss erstmal der Schmutz des Winters raus. Das geht nicht mehr, wenn die Sonne rauskommt“, sagt Galina Helwich aus Hersfeld, während sie die Fußmatten ihres Wagens ausklopft. Im Winter gekauft, fährt Christoph Grzeschick aus Haunetal seinen Wagen das erste Mal in eine Waschmulde und zielt mit dem Hochdruckreiniger auf die schmutzigen Felgen. „Das Auto soll jetzt, wenn die Sonne scheint, auch richtig blinken“, sagt er. Das Wasser schießt heraus und prallt auf Aluminium.

Während die einen den Winterschmutz wegputzen, sehen sich die anderen nach farbenprächtigen Frühlingsboten um. Christel Trautwein ist zusammen mit ihrem Mann aus Rotenburg nach Bad Hersfeld gekommen, um sich beim Hersfelder Baumarkt Obi Blumen auszusuchen. „Meinen Mann habe ich solange in die Werkzeugabteilung geschickt“, sagt sie und lacht. Nach Depressionsphasen im Winter freut sie sich darauf, mit den Sonnenstrahlen auch Kraft zu tanken. „Jetzt stelle ich die Blumen erstmal vor die Haustür. Der Garten kommt später dran. Es könnte ja nochmal frieren.“ Neben ihr stöbern Karl und Ingrid Ickler aus Niederaula durch das Sortiment an jungen Bäumen. „So langsam können die Winterabdeckungen raus aus unserem Garten“, sagt Ingrid Ickler.

Vanessa Köhler und Monika Fricke dagegen genießen ihre Mittagspause neben der Stiftsruine. Sie sitzen auf einer Bank und strecken sich Richtung Sonne aus. „Hier können wir die Ruhe genießen. Und am Wochenende werde ich meine Inlineskates herauskramen. Der Frühling ist da“, sagt Fricke und lächelt wieder in die Sonne. Ebenso wie die vielen Männer und Frauen, die vor den Cafés sitzen und genüsslich Sonnenbrillen auf ihre Nasen schieben.

Von Judith Strecker

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