Schneiden statt Streuen: Aber Straßenmeistereien sind für Schnee und Eis gerüstet

Frühjahrsjobs im Winter

Bereit zum Aufsetzen: Mit eigener Stromversorgung und Hydraulik ist dieser Auftausalz-Streuer versehen, den Bauwart Stefan Reinhardt von der Straßenmeisterei Rotenburg begutachtet. Die Maschine nutzen die privaten Fuhrunternehmer, die im Auftrag der Straßenmeistereien den staatlichen Winterdienst verstärken. Foto: Kurt Hornickel

Hersfeld-Rotenburg. Nur kurz suchte der Winter bisher den Landkreis heim. Knapp 14 Tage vor dem Anbruch des kalendarischen Winters laufen die Straßenmeistereien in Bad Hersfeld und Rotenburg noch im Frühlingsbetrieb. Zwar sind die Salzlager voll, und auf den Betriebshöfen stehen die Streuauflieger abmarschbereit. Dafür sind die Mitarbeiter und ihre Fahrzeuge momentan in anderer Mission unterwegs.

Die Straßenwärter schneiden am Fahrbahnrand Hecken oder heben Gräben aus.

Arbeiten, die sonst eher im Frühjahr angesagt sind, nämlich dann, wenn sich der Winter die Zähne ausgebissen hat.

„Wir sind für den Winterdienst gerüstet“, versichert Petra Reyer--Schulz, die Leiterin der Straßenmeisterei Rotenburg. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es weder Einsparungen beim Personal noch bei den bereitstehenden Fahrzeugen und schon gar nicht beim Streusalz oder dem Zeitraum, in dem die Meistereien einen umfassen Winterdienst sichern.

Solche Initiativen hatte Hessens Verkehrsminister Dieter Posch ergriffen, dann aber unter dem Sturm der Proteste abgeblasen.

Jederzeit können die Straßenwärter die gärtnerischen Anbaugeräte abkoppeln und die Winterdienstausrüstung anschließen. Verschiedene Wetter-Frühwarnsysteme schützen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien vor unliebsamen Überraschungen.

Ausgedient: Ein historischer Scheepflug begrüßt die Besucher der Straßenmeisterei in Bad Hersfeld.

Drohen Schnee und Eis, besetzen die Straßenwärter und ihre Rotenburger Kollegen schon ab 2.30 Uhr die Fahrzeuge und räumen und streuen die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen von Cornberg im Norden bis ins Haunetal, damit ab 6 Uhr der Berufsverkehr ordentlich laufen kann.

Dazu gibt es aber noch das „Weiße Netz“, weniger bedeutende Straßen, beispielsweise der „Stock“ zwischen Niederthalhausen und Rotenburg, auf denen keine Linien-Busse fahren, werden aus ökonomischen Gründen nur geräumt, aber nicht gesalzen. Dasselbe gilt nach Auskunft von Straßenmeister Thomas Hoppe auch für einige Ortsdurchfahrten.

Mit einem Vorrat von 3200 Tonnen Salz in der alten Holzhalle, im neuen Depot und in zwei Silos fühlt sich Hoppe jeder Herausforderung gewachsen. Die Rotenburger Straßenwärter können sich zusätzlich aus Lagern der Autobahnmeisterei bei Hönebach und am Pommer bedienen.

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