Großbaustelle Asbachtalbrücke – Noch eine Woche bis zum ersten Beton

Den Frost im Nacken

Polier Karlheinz Manz von der Kirchheimer Bickhardt Bau vor der Asbachtalbrücke. Ein Gewirr aus Gerüststangen, hölzernen Bögen und Stahlträgern sichert die Reste der alten Brückenkonstruktion für die Dauer der Bauarbeiten. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Nur noch auf einer Konstruktion aus 600 Tonnen Stahl ruht derzeit die 200 Meter lange Asbachtalbrücke zwischen Bad Hersfeld und dem Kirchheimer Dreieck, die seit dem Frühjahr verbreitert wird.

Schon mehr als sieben Monate arbeitet die Arbeitsgemeinschaft aus Bickhardt Bau und der Firma Kirchner daran, dass das mehr als 70 Jahre alte Bauwerk drei Fahrstreifen und einen Standstreifen für jede Richtung der Autobahn 4 tragen kann. Der lange und harte Winter, aber auch statische Überraschungen, die der weiche Grund des Asbachtals in sich bargen, haben die Arbeiten aufgehalten. Jetzt soll betoniert werden, doch der Frost sitzt den Arbeitern im Genick. Dick vermummt flechten die Eisenbieger den Stahlkäfig für die erste Brückenplatte.

Platte auf Reisen

Dieses Feld wandert im Laufe der Bauarbeiten ans andere Ende der Brücke. Ist der Beton ausgehärtet, schieben hydraulische Pressen das fertige Teil bis zum nächsten Pfeiler. Auch am Wochenende lässt Polier Karlheinz Manz ein gigantisches Gerüst zusammenschweißen, mit dessen Hilfe die Felder der neuen Fahrbahn an Ort und Stelle betoniert werden.

Ein so genanntes Vorschubgerüst mit zwei stählernen Auslegern wird im Taktverfahren ein Feld der Brücke nach dem anderen über den Talgrund schieben, bis das östliche Widerlager der Sandstein-Konstruktion erreicht ist

Dazu haben die Arbeiter ein Gerüst in Stellung gebracht, das seitlich fast fünf Meter weit über die alte Brücke hinausreicht. Das Gebilde gleicht dem Ausleger eines Flugzeugträgers, denn auch die neue Fahrbahnplatte der Asbachtalbrücke wird 4,80 Meter über das Profil der alten Konstruktion hinausragen. Nach Abschluss des Fahrbahnbaus bekommt die Brücke ihre alte Seitenansicht wieder. Das wird jedoch dauern, denn noch immer ist der gesamte Oberbau nicht abgetragen. Ist alles fertig, läuft der gesamte Verkehr über die neue Hälfte, und das Ritual wiederholt sich.

Derweil sorgt die Baustelle mit ihrer engen Verkehrsführung für zerbeultes Blech. Mindestens 140 Unfälle haben sich hier seit dem Baubeginn im März ereignet.

Von Kurt Hornickel

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