Chor und Solisten gaben im Bach-Haus Vogelkantate und Jubelmesse zum Besten

Fröhliches Gezwitscher

Mine Hul-Waskowiak gestaltete das Familienkonzert im Bachhaus mit munteren Stücken auf dem Klavier mit. Foto: Renata v. Trott

Bad Hersfeld. „Herr Kuckuck, was fällt Ihnen ein?...Es lebe hoch die edle Harmonie, die jedes Herz entzückt!“ Mit der scherzhaften Vogelkantate, die die Bonner Komponistin und Musikpädagogin Johanna Kinkel im Alter von 20 Jahren unter männlichem Pseudonym 1810 veröffentlicht hat, klang die einstündige Feier zum neunten Jahr des Johann-Sebastian-Bach-Hauses sehr vergnüglich aus.

Marlies Fey jubelte als Nachtigall im Wettstreit mit Eva Savci-Janssen als Elster (beide Sopran). Das warme Timbre Cornelia Rohlenders (Alt) als Papagei fiel ebenso angenehm auf wie der sonore Bass des Raben Rainer Lehn. Birgit Küllmar (Marburg) provozierte mit schöner biegsamer Altstimme die Vogelschar als Kuckuck und vereinte sie doch zuletzt nach heftigem, lauten Zwist zu vollem Jubelklang und „Vivat!“.

„Sanctus, Benedictus und Agnus Dei“ aus Carl Maria von Webers „Jubelmesse“ (op.76) sang zuvor feierlich der Hersfelder Festspielchor mit besagten profilierten Solisten aus dem Chor. Jakob Hooge trat hervor als debütierender anrührender Bass-Solist. Michael Brauer (Tenor) intonierte danach berührend „Ich will den Herren loben alle Zeit“ von Heinrich Schütz.

Den Chor der kleinen Kinder leitete Tatjana Bauer zu Volksliedern, wie „Alle Vögel sind schon da“. Und sie sangen als Vorgabe zur Sommeroper „Schnell herbeigestürmt wie’s Wetter…“, ein schwungvolles Lied aus Georges Bizets „Carmen“. Am Konzertflügel spielte und dirigierte der erfahrene spiritus rector des Ganzen, Professor Siegfried Heinrich.

In einer kurzen Pause, als eine Brille gesucht wurde, sprang die neunjährige Mine Hul-Waskowiak nochmals unbefangen auf den Klavierschemel und schlug ein munteres Stück an. Die Besucher des gut gefüllten Bach-Hauses dankten hocherfreut. (rvt)

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