8. Deutscher Behindertentag in Bad Hersfeld begeisterte mit vielfältigem Angebot

Fröhlich miteinander

Die Band Phil bietet den originalen Sound von Phil Collins. Sie war, ebenso wie Sänger Franco Branca mit Liedern aus Italien, zu Gast auf dem Behindertentag in Bad Hersfeld und begeisterte mit einem Non-Stop-Feuerwerk an Hits. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Fröhlich und unkompliziert miteinander leben – wie das funktioniert wird zum Beispiel beim Deutschen Behindertentag in Bad Hersfeld deutlich. Denn dann sind sie sichtbar und präsent in der Stadt, die Menschen, die nicht gut hören oder sehen können, die in ihrer Bewegung eingeschränkt, seelisch oder geistig beeinträchtigt sind. Sie informieren über ihre Krankheit und wie sie damit zurechtkommen, sie äußern ihre Wünsche und sie gestalten, gemeinsam mit Nichtbehinderten ein unterhaltsames Programm.

So war es auch in diesem Jahr, beim 8. Behindertentag. Das gute Wetter, so scherzte Organisator Manfred Wiedemann, hätten er und seine Kollegin Annika Groh-Gollmer bei der Planung gleich mitbestellt. Offensichtlich hat es diesmal etwas zu gut geklappt und so litt der Behindertentag ein wenig unter der brütenden Hitze. Das hinderte zwar die Akteure nicht daran, auf und vor der Bühne ihr Bestes zu geben, sorgte aber für großen Abstand zum Publikum, das sich vor allem in den schattigen Bereichen des Linggplatzes aufhielt.

Reichlich Applaus

Dennoch gab es reichlich Applaus für die gelungenen Auftritte der „Stolpersteine“, der Tanzgruppen „Kunterbunt“ und „Flotte Sohle“ und des Zirkus „Mendelino“. Ausgedacht und vorgeführt haben die lustige Zirkusnummer die August-Wilhelm-Mende-Schule und die Brüder-Grimm-Grundschule in Bebra in einem Gemeinschaftsprojekt. Sie verkörperten damit besonders anschaulich das Motto des Behindertentages: „Miteinander leben – voneinander lernen“.

Als Erfolgsgeschichte wurde der Deutsche Behindertentag in Bad Hersfeld auch von den Grußwortsprechern bewertet. Wilfried Kron, der Leiter der Stabsstelle zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aus Wiesbaden, freute sich über die vielfältigen Belege für das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen und kündigte weitere finanzielle Unterstützung in den kommenden Jahren an. Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz sah die Ziele des Behindertentages auch beim Thema Inklusion an den Schulen umgesetzt und wies auf die intensiven und vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen hin.

Videobericht

Die Stadt Bad Hersfeld habe sich seit Jahren schon die Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben, betonte Bürgermeister Thomas Fehling. „Wir arbeiten kontinuierlich daran“. betonte er. Gute Erfahrungen habe die Stadt mit dem barrierefreien Bürgerbüro gemacht, das vor einem Jahr eingeweiht worden sei. Weitere Anregungen seien aber immer willkommen.

Dass so eine Veranstaltung wie der Behindertentag nicht ohne Sponsoren möglich ist, das machte Martin Ködding, der Geschäftsführer des Klinikums, deutlich. Er dankte vor allem der Sparkasse und dem Stadtmarketingverein.

Ein extragroßes Dankeschön gab es von den Veranstaltern für Wolfgang Schneider, der mit seinen Reservisten wieder Auf- und Abbau organisiert und eifrig mitgeholfen hatte.

Von Christine Zacharias

Achter Deutscher Behindertentag in Bad Hersfeld

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