Dreimal Schläge am Markt – Streitigkeiten in der Klausstraße

Friedlicher Festauftakt

Stressfreies Ehrenamt: Vor der Unfallhilfsstelle am Markt hielten am Montag unter anderem Bereitschaftsleiterin Sarah Wolf und diese Helfer die Wacht. Unser Bild zeigt von links Dr. Bastian Loosberg aus Bad Liebenstein, Kreisverbandsarzt Matthias Lotz und (hinten) DRK-Helfer Johnny Szoke. Vorne: Rettungsassistentin Theresa Hess. Fotos: Hornickel

Bad Hersfeld. „Erfreulich friedlich“ verlief der Lollsmontag in Bad Hersfeld aus der Sicht der Polizei, die auf dem Markt während der tollen Tage mit einer Wache Präsenz zeigt.

Die Polizei berichtete gestern von drei Fällen, in denen sich Bekannte untereinander stritten und sich dabei sogar Verletzungen zufügten. Die Blessuren während dieser Beziehungskrisen waren jedoch nur geringfügig. Schwer verletzt wurde niemand.

Kein Alkoholexzess

„Deutlich ruhiger als in den Vorjahren“, so hat auch DRK-Kreisverbandsarzt Matthias Lotz den Betrieb in der Unfallhilfestelle am Markt erlebt. Es habe deutlich weniger Hilfeleistungen nach alkoholischen Exzessen gegeben. So musste erstmals kein Mensch mit Alkoholvergiftung ins Klinikum gebracht werden.

Verletzte gab es nicht durch Schlägereien, wohl aber durch herumliegende Scherben, die Lollsbesucher an den Füßen oder beim Sturz an den Händen verletzten. „Diesmal sind auffällig viele Menschen gestolpert“, meint Matthias Lotz. Speziell ältere Menschen mit Kreislaufproblemen wurden von Bereitschaftsleiterin Sarah Wolf und ihren Kolleginnen und Kollegen behandelt. Mit sechs ehrenamtlichen Kräften war am Montag die Unfallhilfestelle am Ordnungsamt besetzt. Dazu kamen noch vier Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Im Zug und auf dem Platz waren von vormittags bis um Mitternacht weitere 40 ehrenamtliche Rotkreuzhelferinnen und -helfer im Einsatz.

Mutter sucht Sohn

Einen sechsjährigen Jungen aus Eiterfeld brachte eine Streife wieder wohlbehalten zu seiner Mutter. Diese hatte ihr Kind beim Lollsumzug aus den Augen verloren und sich Hilfe suchend an die Polizeibeamten gewandt. Nach einer halben Stunde waren Mutter und Kind wieder vereint.

Des Diebstahls bezichtigte ein 19-Jähriger seinen 23-jährigen Bekannten aus Bad Hersfeld. Dieser habe ihm am Autoscooter eine weiße Baseballmütze gestohlen, erklärte er bei der Polizei.

Rucksack verschwand

Ein Rucksack mit Inhalt wurde einem 20-jährigen Niederaulaer in einer Gaststätte gestohlen. Zwar konnte er den Rucksack samt seiner Ausweisdokumente nach einer Stunde auf dem Markt aufspüren und sogar die Biervorräte waren noch drin. Der Pullover und die Jacke blieben jedoch verschwunden.

Streitigkeiten zwischen Anwohnern und Passanten musste die Polizei in der Klausstraße schlichten. Als Anwohner mit ihrem Auto zu einem Haus wollten, kamen sie wegen Verkaufsbuden und Lollsgästen nicht durch. Es hagelte Beschimpfungen und Schuldzuweisungen über die Ursache des Streits.

Dazu hat die Polizei beim Fest den Jugendschutz fest im Blick. Wie in den Vorjahren klinkt sich die Polizei in die Aktion „Lolls ohne Prolls“ ein und stellt gezielte Kontrollen an. Viermal sprachen die Beamten gegenüber Jugendlichen Platzverweise aus. Die jungen Leute hatten sich auffallend aggressiv verhalten, berichtet Klaus Troch, der Leiter der Schutzpolizei. Der Schutzmann vor Ort und der Jugendschutzsachbearbeiter gehen regelmäßig auf Streife.

Von Kurt Hornickel

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