Burg-Herzberg-Festival in Breitenbach hat begonnen – 10 000 Besucher erwartet

Friedensfest im Matsch

Barfuß: Festivalbesucher Tom scheut den Matsch nicht und denkt praktisch: „Barfuß laufen ist das Beste, was man machen kann, weil man auch mit Gummistiefeln irgendwann im Schlamm stecken bleibt.“ Foto: Eichenauer

Breitenbach/h. Der Schlamm ist der ständige Begleiter. Autoreifen bleiben darin ebenso stecken, wie Gummistiefel. Menschen kommen am besten barfuß voran. Wohnmobile, in die Jahre gekommene Kleinbusse oder moderne Kombis brauchen da schon die Unterstützung von schweren Allradtraktoren.

Obwohl das regnerische Wetter der vergangenen Wochen auf den Wiesen des Burg-Herzberg-Festivals an manchen Stellen knöcheltiefe Schlammlöcher hinterlassen hat, gibt sich Organisator Gunther Lorz gelassen. Sonne und Wind am Vortag haben das Gelände abgetrocknet. Bisher, erzählt Lorz, konnten die Besucher deshalb mit ihren Fahrzeugen bis auf das Gelände fahren. Etwa die Hälfte der Besucher, gut 5 500 Menschen, sind am Vormittag des ersten Festivaltages bereits angereist.

Kreativ: Um den Matsch vor ihrem Stand zu befestigen, legte Hildegard Kopejesko aus Gilserberg Brennnesseln auf dem Boden aus. Foto: Eisenberg

„Bei 9 700 war im Vorverkauf Schluss“, berichtet Lorz vom guten Publikumszuspruch in diesem Jahr. Karten an der Festivalkasse gebe es aber noch. „Ich weiß von Leuten aus Schweden, Litauen oder Belgien, die auf dem Weg sind“, sargt Lorz. „Dafür reisen andere schon wieder ab. Ich bekomme auch Anrufe von Leuten, die kurzfristig absagen. Die sagen dann Bescheid, dass andere ihren Parkplatz haben können“, erzählt Lorz schmunzelnd.
Quasi über Nacht ist an den Hängen eine bunte Stadt entstanden. Obwohl das Musikprogramm am Vormittag noch nicht begonnen hat, ist das Gelände bereits mit Leben erfüllt: Händler bringen ihre Stände mit bunten Tüchern, Getränken oder exotischen Speisen in Stellung, Kinder tollen umher, bärtige Althippies feiern fröhlich ihr Wiedersehen.
Die Zeiten, in denen das bunte Treiben am Fuße der Burg Herzberg von den Einheimischen mit Argwohn beäugt wurden, seien vorbei, sagt Breitenbachs Bürgermeister Volker Jaritz. „Das Festival ist ein Alleinstellungsmerkmal, auf das wir stolz sind“, sagt der Verwaltungschef. Für den örtlichen Lebensmittelhandel gebe es darüber hinaus auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Veranstalter sei gut. In vier Konferenzen mit allen beteiligten Behörden sei das Festival vorbereitet worden. Großes Lob gelte Gemeindebrandinspektor Markus Wettlaufer und den Einsatzkräften der Breitenbacher Feuerwehren, die für den Brandsicherheitsdienst teilweise sogar ihren Jahresurlaub opferten.

Offen und gut drauf: Andreas und Natascha gehören zu der buntgemischten Truppe der Herzberg-Festivalbesucher. Obwohl viele schon seit Montag feiern, ist keine Spur von Müdigkeit zu entdecken – die gute Stimmung ist ungebrochen. Foto: Eichenauer

Während des Festivals wird auch die Polizei verstärkt im Einsatz sein. Unterstützt werden die heimischen Beamten dabei von der hessischen Bereitschaftspolizei. „Wir gehen aber von einem friedlichen Festival aus“, sagt Polizeisprecher Helgo Altenburg.
Zudem werden die Beamten auch ein Auge auf den Verkehr auf der Bundesstraße 62 haben. Die Strecke zwischen Alsfeld und Bad Hersfeld sei Umleitung für Staus auf der Autobahn und dürfe deshalb nicht zugeparkt werden, sagt Altenburg.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Burg-Herzberg-Festival in Breitenbach hat begonnen

Video vom Festival 2011

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