Erste Kreisbeigeordnete mahnt an, aus der Vergangenheit zu lernen

Frieden ist zerbrechlich

Gedenken: Auf dem Ehrenfriedhof in Bad Hersfeld gedachten gestern Privatpersonen, Kommunalpolitiker sowie Vertreter von Feuerwehr, DRK, Marinekameradschaft und Bundeswehr der Opfer von Krieg und Gewalt. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Gestern war Volkstrauertag. Mit Kranzniederlegungen und Ansprachen wurde dabei vielerorts der Kriegstoten beider Weltkriege sowie der Opfer totalitärer Gewalt gedacht.

Eine erste Gedenkfeier in Bad Hersfeld fand am Gedenkstein Mährisch-Schönberg statt. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Posaunenchor des CVJM. Wenig später waren die Posaunisten noch einmal auf dem Ehrenfriedhof in Bad Hersfeld im Einsatz. Dort spielten sie während der Kranzniederlegung das Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“. Ebenfalls musikalisch im Einsatz war der MGV Asbach.

Zuvor hatten der katholische Pfarrer Christian Sack und die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz zu den Menschen gesprochen. In ihrer Rede machte Künholz deutlich, dass der Volkstrauertag seine Bedeutung hat: „Er ist notwendig und sinnvoll. Als Gedenktag für die Opfer beider Weltkriege, aber auch für die Opfer von Willkür, Gewalt, Unmenschlichkeit und Terror. Und als Gedenktag für diejenigen Soldaten, die aktuell zu Tode gekommen sind“.

Alleine in Afghanistan stelle die Bundeswehr mit 4800 Soldaten das drittgrößte Kontingent und sichere im Norden des Landes den mühsam errungenen und nach wie vor brüchigen Frieden und den Schutz der Menschen vor der Rückkehr des Terror-Regimes der Taliban. „44 Soldaten haben seit Beginn des Einsatzes am Hindukusch ihr Leben verloren – auch sie schließen wir ein in unser stilles Gedenken, in unsere Gebete, in unsere Erinnerungen“, sagte Elke Künholz.

Auch wenn die Zahl derer, die sich aus eigenem Erleben noch an den Krieg erinnern könnten, immer kleiner werde, dürfe man ihn niemals verharmlosen oder gar vergessen. Computerspiele in den Wohn- und Kinderzimmern verniedlichten die Grausamkeiten der Kriege. „Denn die Realität zeigt, wie zerbrechlich der Friede in der Welt doch ist. Die Medien führen es uns täglich vor und geben uns das beklemmende Gefühl der Machtlosigkeit“. Es gehe daher für alle darum, aus der Vergangenheit des eigenen Landes ebenso wie aus der Weltgeschichte zu lernen.

Nicht abstumpfen

Jeder Einzelne müsse den Frieden fördern und schützen. „Nach außen müssen wir wachsam bleiben, dürfen nicht abstumpfen gegenüber der Gewalt, die immer noch allgegenwärtig ist“, verdeutlichte die Erste Kreisbeigeordnete. Der Volkstrauertag sei daher der Tag des Innehaltens, des Erinnerns und des Mitgefühls. „Am Volkstrauertag drückt sich in besonderer Weise die Sehnsucht nach Frieden aus. Zugleich macht der Volkstrauertag aber auch deutlich, dass Frieden alles andere als selbstverständlich ist“, mahnte Elke Künholz. Und sie führte aus, dass in unserer Gesellschaft Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit in nicht zu unterschätzendem Maß vorhanden seien. „Das darf uns nicht kalt lassen. Wir müssen Aufklärung betreiben und die Jugend gegen politische Rattenfänger immunisieren“.

Von Mario Reymond

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