Magistrat hält trotz Solidaritätswelle an Kündigung fest

Freytag will kämpfen – Dieter Wedel macht erstmal Urlaub

Bad Hersfeld. Der Magistrat bleibt hart: Trotz der großen Unterstützung für den geschassten Festspiel-Intendanten Holk Freytag hält der Stadtrat an dessen fristloser Kündigung fest. In der Magistratssitzung am Montagabend habe man sich nicht nochmal mit dem Thema befasst, erklärte Bürgermeister Thomas Fehling. Er habe den Stadträten aber die über 9000 Unterschriften, die gegen die Kündigung gesammelt wurden, zur Einsichtnahme übergeben.

Die vielen Unterschriften zeugten von einem großen Engagement und Interesse an den Festspielen, sagte Fehling, das sei anerkennenswert. Allerdings ändere dies nichts an den Fakten, die zur Kündigung geführt hatten. Fehling war am Dienstag für Nachfragen nicht zu erreichen.

Auch Holk Freytag wollte den Ausgang der Magistratssitzung nicht kommentieren. „Ich nehme das zur Kenntnis und verweise auf meinen Anwalt“. Freytag ließ keinen Zweifel daran, dass er juristisch gegen die Kündigung vorgehen werde. Die rufschädigenden Vorwürfe könne er nicht auf sich sitzen lassen.

Freytag hat sein Büro in der Intendanz geräumt und Bad Hersfeld verlassen. Seine Wohnung nahe der Stiftsruine habe er aber noch nicht gekündigt. Falls seine Entlassung doch noch zurückgenommen würde, wäre er bereit weiterzumachen, sagte Freytag.

Unterdessen hat der Regisseur Dieter Wedel, der in Insider-Kreisen als Nachfolger gehandelt wurde, erklären lassen, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass er nach Bad Hersfeld komme. „Er macht jetzt erstmal seinen Film und denkt im Moment nicht über Theater nach", sagt seine Pressesprecherin Monika Liegmann.

Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner letzten Saison bei den Nibelungenfestspielen in Worms sei er jetzt im Urlaub. Der 71-Jährige werde dann „das eine oder andere Angebot prüfen“, sagte sie.

Von Kai A. Struthoff und Bettina Fraschke

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