Partnerschaftsvereine planen viele Aktionen

Bad Hersfeld und Malmesbury rücken immer enger zusammen

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Zu Gast bei Freunden: von links Ray und Margret Sanderson, Jeff Penfold, Bürgermeister Wayne Jones, Heinz-Jörg Kretschmar und Elaine Penfold nach ihrem Besuch bei der HZ.

Bad Hersfeld. Während England und Europa bald getrennte Wege gehen, rücken Malmesbury und Bad Hersfeld immer dichter zusammen. „Der Brexit hat keinen Einfluss auf unsere Freundschaft“, stellt Town-Clerk Jeff Penfold klar. Kein Wunder, denn „Lullus verbündet“. Unter diesem Motto sind die englischen Gäste aus der Heimat des Stiftsgründers auch beim Lolls-Festzug dabei gewesen.

Nachdem Bad Hersfeld und Malmesbury offiziell ein Freundschaftsabkommen geschlossen haben (wir berichteten), soll der Austausch zwischen den beiden Gemeinden nun richtig Fahrt aufnehmen. In Malmesbury soll noch in diesem Jahr ein Verein mit dem Namen „Friends of Lullus“ als Pendant zu den Bad Hersfelder „Friends of Malmesbury“ gegründet werden, berichtet Alt-Bürgermeister Ray Sanderson, der in diesem Jahr schon zum fünften Mal in Bad Hersfeld zu Gast ist.

Zum ersten Mal ist hingegen der amtierende Bürgermeister von Malmesbury Wayne Jones in der Lullusstadt und überhaupt in Deutschland. Die ehrenamtlichen Stadtoberhäupter werden in Malmesbury für ein Jahr gewählt, im Hauptberuf ist Jones Feuerwehrmann. Deshalb strebt er auch eine Partnerschaft mit den Hersfelder Kameraden an. Ein erstes Treffen fand gestern statt. „So etwas wie das Lullusfest gibt es in ganz England nicht“, schwärmt Jones und lobt den freundlichen Empfang und die ‘fantastic people’, die er hier kennengelernt hat. Mit seinem Amtskollegen Thomas Fehling habe er einen Gegenbesuch im nächsten Jahr vereinbart.

„Wir sind auf einem guten Weg“, glaubt auch Heinz-Jürgen Kretschmar, 1. Vorsitzender der „Friends of Malmesbury“. Im kommenden Jahr sei beispielsweise ein kleines Fußballturnier mit Mannschaften aus Malmesbury in Bad Hersfeld geplant. Eine Ausstellung mit Bildern von örtlichen Fotografen ist in Arbeit. Und der englische Historiker Tony Avery wird sein Buch über Lullus auch in Bad Hersfeld vorstellen. Außerdem will der Verein im Sommer eine Reise nach Malmesbury organisieren, um noch mehr Menschen von England zu begeistern.

„Die Dinge entwickeln sich, das Interesse wächst“, beschreibt Jeff Penfold den Prozess. Im vergangenen Jahr hätten viele Hersfelder Malmesbury besucht. „Wir wollen aber nichts von oben auf politischer Ebene diktieren“, sagt Penfold. „Echte Freundschaft muss von unten wachsen.“ (kai)

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