Oper integrieren, künstlerische Freiheit erhalten

Freunde der Stiftsruine loben und kritisieren neues Festspiel-Konzept

Helgo Hahn. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Zum Teil unterstützend, aber auch deutlich kritisch äußert sich der Vorstand der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine zur Zukunftsplanung für die Bad Hersfelder Festspiele, wie sie von Bürgermeister Thomas Fehling vorgestellt wurde (HZ berichtete).

Begrüßt wird das Ansinnen, dass künftig eine Opern-Produktion in den Veranstaltungsrahmen der Festspiele integriert werden soll. „Hier ist Herr Fehling auf unseren mehrfach geäußerten Vorschlag eingegangen“, erklärt Helgo Hahn als erster Vorsitzender des Fördervereins.

Dem Grunde nach führe auch Fehlings Vorstoß zur Stärkung der Festspielkommission in die richtige Richtung, die zuletzt faktisch ohne Relevanz gewesen sei. „Doch die nun vorgeschlagene Machtfülle führt in die falsche Richtung, genauso wie das Übermaß an politischer Besetzung“, argumentiert der Vorstand der Ruinenfreunde. Auf Augenhöhe solle die Kommission mit der Festspielleitung zusammenarbeiten.

Künstlerische Freiheit

Dabei dürfe die künstlerische Freiheit nicht eingeschränkt werden, zumal die zu erwartende Fachkompetenz im Gremium rasch an ihre Grenzen stoßen könne. Bei der angesprochenen Tandemlösung aus künstlerischer und wirtschaftlicher Festspielleitung plädieren die „Freunde der Stiftsruine“ dafür, die Berufsbezeichnung einer Intendantin oder eines Intendanten beizubehalten. Entscheidend sei die Ausgestaltung neuer Verträge mit kompetenten Persönlichkeiten. Klarer müsse der Auftrag und das Budget abgesteckt werden. Daneben sollte es in der Festspielverwaltung wieder eine starke Kraft geben, die die Intendanz unterstützt, berät und die in Konfliktfällen auch ein von vornherein geklärtes, starkes Mandat in Rechts- und Finanzfragen sowie bei der Vermarktung habe.

Die Kündigung des Europolis-Projektes für junge Menschen durch Fehling lehnt die Gesellschaft der Freunde als „inakzeptabel“ ab. Die eigenmächtige Maßnahme ohne Absprache mit Intendant Holk Freytag sei ein Affront. Der Einspareffekt sei gering, der ideelle Schaden kaum absehbar. Gefordert wird in der Pressemitteilung, dass die Kündigung des bundesweit beachteten und ausgezeichneten Projekts zurück genommen werde. (red/nm)

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