Vorsitzender Helgo Hahn kritisiert die seit Monaten andauernde „unerträgliche politische Demontage der Festspiele“

Freunde der Stiftsruine entsetzt über Entlassung

Bad Hersfeld. Die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine als Gründungsverein der Festspiele äußert sich „entsetzt und traurig“ über die Art und Weise, wie Bürgermeister Fehling und die ihn stützenden Kräfte im Magistrat einen erfolgreichen Intendanten entlassen haben. Holk Freytag habe ein von den Kritikern gelobtes Theaterprogramm von hoher Qualität auf die Ruinenbühne gebracht.

Es sei wohl beispiellos, einen erfolgreichen Intendanten fristlos zu entlassen. Unabhängig von der Person des Intendanten schade die seit Monaten „unerträgliche politische Demontage der Festspiele“ deren bislang großem Ruf und dem Ansehen der Stadt. Zwei Bundespräsidenten hätten Freytags aktuelle Inszenierung der „Maria Stuart“ gewürdigt. Diese habe dem Anspruch mehr als genügt, den die Landes- und Bundespolitik an die Stadt richtet. „Nur bei Darbietung von Kultur auf höchstem Niveau und von europäischem Rang, sind auch zukünftige finanzielle Unterstützungen zu rechtfertigen und zu erwarten“, erklärt der Vorsitzende der Ruinenfreunde, Helgo Hahn.

In der Presseerklärung werden die Verantwortlichen der Stadt aufgerufen, ihrerseits ihre Aufgaben professionell zu erfüllen. Vertrieb und Marketing finden nicht in ausreichendem Maß statt. Hingegen werde der internationale Ruf der Festspiele rücksichtslos zur Disposition gestellt. Die Einzigartigkeit von gutem Theater im unvergleichlichen Rahmen der Stiftsruine seien fahrlässig gefährdet worden. Die Gesellschaft fordert eine Rückbesinnung auf einen verantwortlichen, kulturpolitischen Kurs der Stadt. (red/kai)

Kommentare