Druckereibesitzer aus Bad Hersfeld zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt

Freund um viel Geld gebracht

Fulda. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs hat die 1. Strafkammer des Landgerichts Fulda unter Vorsitz von Richter Josef Richter einen 35 Jahre alten Druckereibesitzer aus Bad Hersfeld zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Der Angeklagte hatte in den Jahren 2007 bis 2009 von einem 50-jährigen Schreinermeister aus Alheim Privatdarlehen in einer Gesamthöhe von über 186 000 Euro erhalten, ohne dass er jemals in der Lage war, das Geld zurückzuzahlen.

Staatsanwalt Werner Stock hatte ursprünglich mehr als 40 Fälle angeklagt. Weil man jedoch nach der Beweisaufnahme davon ausgehen musste, dass der Betrogene irgendwann nicht mehr im guten Glauben sein konnte, die Darlehen zurück zu erhalten, stützte sich das Urteil nach einem Teilgeständnis des Angeklagten auf die Hälfte der Taten.

Der Handwerksmeister und der Druckerei-Geschäftsführer waren im März 2007 miteinander bekannt geworden, als es um Werbeaufdrucke für die Fahrzeuge der Schreinerei ging. Dabei entstand ein Vertrauensverhältnis, das der Hersfelder in der Folgezeit laut Anklage kräftig ausnutzte. Immer wieder lieh er sich Geld, insgesamt 45 mal in Beträgen zwischen 800 und 11 000 Euro. Wofür der Angeklagte das Geld verbrauchte, kam im Prozess nicht zur Sprache.

Der Geschädigte verstand im Zeugenstand selbst nicht mehr, dass er jemals so leichtgläubig sein konnte.

Der Hersfelder versprach in seinem Schlusswort hoch und heilig, niemals wieder straffällig zu werden.

Monatlich 250 Euro zurück

Im Urteil ist eine Strafe aus einem früheren Verfahren enthalten. Als Bewährungsauflage wurden monatliche Rückzahlungen an den Geschädigten in Höhe von 250 Euro verhängt. Das Urteil ist im Einverständnis aller Beteiligten bereits rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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