Jugendliche verteilten mit dem Christlichen Hilfsdienst Pakete in Rumänien

Freude verschenkt

In einem kleinen Dorf nahe Vaslui fuhr sich der Lkw fest, in dem die Pakete des Christlichen Hilfsdienstes transportiert wurden. Einige Kinder aus dem Dorf kamen mit Schlitten und halfen, die Geschenke zu Fuß ins Dorf zu bringen. Fotos: nh

Bad Hersfeld. Immer noch sichtlich beeindruckt von ihren Erlebnissen sind Debora Hecht, Iris Bannasch und Marvin Moog. Die drei Jugendlichen sind am ersten Weihnachtstag Richtung Rumänien aufgebrochen, um dort 2174 Weihnachtspakete an Bedürftige zu verteilen.

Seit 20 Jahren organisiert der Christliche Hilfsdienst Bad Hersfeld die Weihnachtspaketeaktion mit verschiedenen Partnern. Diesmal saß der CVJM Bad Hersfeld mit im Boot, für den Andreas Schrauth die Koordination übernommen hatte.

Mit ihrer „starken Truppe“ aus 21 Jugendlichen aus verschiedenen Kirchengemeinden machten sich Schrauth und Heinrich Schmidt als erster Vorsitzender des Christlichen Hilfsdienstes schließlich am 25. Dezember um 6 Uhr auf den Weg. In drei Kleinbussen erreichte die Gruppe 14 Stunden später ihr erstes Ziel in Rumänien. Die Pakete waren vorab in einem großen Lkw auf den Weg gebracht worden. Insgesamt rund 4000 Kilometer legten die Teilnehmer der Fahrt an sieben Tagen zurück.

An fünf Stationen wurden die Pakete im Wert von jeweils zehn Euro, die zuvor mit Unterstützung von Firmen- und privaten Spenden zusammengestellt worden waren, verteilt – zum Beispiel an Straßenkinder, in Waisenheimen, Altenheimen oder Behinderteneinrichtungen. In Kleingruppen besuchten die Jugendlichen verschiedene soziale Einrichtungen, aber auch in Privathäusern waren sie zu Gast.

Dabei sollten die Pakete aber nicht einfach nur schnell abgeliefert werden; an jeder Station nahmen sich die Jugendlichen Zeit, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, mit ihnen gemeinsam zu singen oder einfach mal jemanden in den Arm zu nehmen.

Trotz all des Elends, dass die Jugendlichen in Rumänien erfahren mussten, hätten sie überall große Freude und Dankbarkeit gespürt, berichten sie immer noch beeindruckt von den Begegnungen. Riesige Mehrbettzimmer für alte kranke Menschen, Kinder ohne Schuhe, kein fließendes Wasser auf dem Dorf: „Da wird einem klar, wie gut es uns eigentlich geht und was für uns ganz selbstverständlich ist“, sagt Debora Hecht.

„Ich wollte in die Welt hinaustragen, was Gott uns geschenkt hat und aktiv etwas tun“, erklärt Marvin Moog seine Motivation, eine Woche der Weihnachtsferien zu „opfern“.

Manche Kritik am Sinn ähnlicher Verteilaktionen kann Heinrich Schmidt verstehen. Er betont, dass der Christliche Hilfsdienst nur Dinge verteile, die wirklich gebraucht würden. Den Bedarf kläre er stets mit den Ansprechpartnern vor Ort ab. Für die Kosten ihrer Reise kommen die Teilnehmer der Aktion größtenteils selbst auf. „Die Pakete aus Bad Hersfeld sind immer etwas ganz Besonderes“, so Schmidt.

Von Nadine Maaz

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