Ein Wohnzimmer für den Kreis: Einweihung des Audimax am Schulzentrum Obersberg

Freude im Haus des Lebens

Der Schlüssel zum (Lern-) Erfolg: Die drei Schulleiter Karsten Backhaus, Sabine Rimbach und Falko Radewald und der „heimliche Hausherr“ Schulhausmeister Günter Schott mit dem symbolischen Schlüssel zum neuen Audimax am Obersberg. Foto: Magdalena Dräger

Bad Hersfeld. Wahrhaft „freudetrunken“ ist gestern das neue „Audimax“ am Obersberg eingeweiht worden. Das Schulzentrum hatte alles aufgeboten, um den Gästen der Zeremonie – allen voran Hessens Finanzminister Thomas Schäfer – den besten Eindruck vom breiten Leistungsspektrum der Schüler und Lehrer am Obersberg zu geben: Blechbläser, Streicherklasse, das GBO-Blasorchester und die Ulli Meiß-Chöre, die gleich zu Beginn mit der „Ode an die Freude“ den musikalischen Takt für den Festakt vorgaben.

Unterhaltsam „gestört“ wurde die Veranstaltung vom Grundkurs Darstellendes Spiel, dessen Akteure dafür sorgten, dass es bei allen Reden nicht langweilig wurde. Denn bevor die Mensa beim Essen, das auch von Schülern vorbereitet worden war, ihrer eigentlichen Bestimmung übergeben wurde, wurde natürlich viel geredet, aber auch gesungen, musiziert – und viel gelacht.

„Krisengewinnler“

Als „Hausherr“ bezeichnete Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt die Finanzkrise als „Glücksfall für den Kreis und die Schulen“, denn nur durch das deshalb aufgelegte Konjunkturprogramm sei der Neubau des Mensa- und Aulagebäudes möglich geworden. „Schulbauten sind kein Selbstzweck, sondern eine Investition in unsere Kinder und Enkel“, sagte Schmidt.

Auch Finanzminister Schäfer bezeichnete den Obersberg launig als „Krisengewinnler“, dennoch könne er gut auf weitere Finanz-Turbulenzen verzichten. Insgesamt seien in Hessen über 1500 Projekte mit Konjunkturmitteln finanziert worden, die meisten davon in Schulen – „gut angelegtes Geld“.

Der Schulleiter der Modellschule Obersberg, Karsten Backhaus, der die Veranstaltung moderierte und immer wieder kleine Interviews einstreute, hatte eine alte Hersfelder Zeitung mit zum Festakt gebracht. Darin wurde 1986 über den „Traum“ des Heringer Architekten Willi Kirschner berichtet, der seit jeher von einem zentralen Mensa-Gebäude am Obersberg träumte. Seine Tochter Daniela Kirschner-König konnte nun als Architektin diesen Traum realisieren.

Dafür dankte die Architektin bei der feierlichen Schlüsselübergabe allen Beteiligten und erläuterte kurz das funktionale Konzept des Neubaus. Man habe bewusst Beton benutzt und nichts verkleidet. In der Bauphase habe man immer einen Konsens gefunden. „Jetzt hat der Landkreis ein neues Wohnzimmer“, sagte Karsten Backhaus und nannte eine lange Reihe von Unterstützern und Sponsoren, ohne die der Bau nicht möglich gewesen wäre.

Der scheidende Schulleiter der Beruflichen Schulen, Falko Radewald, zitierte Brecht: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Er bezeichnete die neue Mensa als „segensreiche Einrichtung“, weil es dort kein Essen ohne Moral gebe. Zusammen könnten Schüler und Lehrer an einem Tisch beim Essen ein neues Bewusstsein für Ernährung in einer Welt der knapper werdenden Ressourcen entwickeln.

Motivation und Qualität

Sabine Rimbach, die Leiterin der Gesamtschule, bezeichnete die Mensa als „Haus des Lebens“, das dazu beitrage, dass die Schulzeit nicht nur „Lehrzeit sondern Lebenszeit“ werde.

Anita Hofmann, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, sagte, das neue Gebäude sei ein Motivations- und Qualitätsschub zugleich. Es fördere die Vernetzung der drei Schulen.

Und in diesem Sinne wurde dann am gestrigen Abend in der Mensa „schulübergreifend“ das neue „Haus des Lebens“ noch ausgiebig gefeiert.

Von Kai A. Struthoff

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