Colum Sands gastierte im Buchcafé mit Liedern und Geschichten von der grünen Insel

Freude an exotischen Wörtern

Der irische Singer/Songwriter Colum Sands gastierte im Bad Hersfelder Buchcafé. Foto:  Rödiger

Bad Hersfeld. Englischsprachige Singer/Songwriter sind seit einigen Jahren auch bei jüngeren Zuhörern so populär geworden, dass man ihre Lieder sogar vereinzelt in den Charts und im Radio hören kann. Doch da sind auch noch die älteren Songpoeten, die seit vielen Jahren schon ihre Gedanken und Geschichten mit minimalistischer Musikbegleitung vortragen. Ein wirklich bekannter Vertreter dieses Genres ist der Ire Colum Sands.

Sands hat vor einiger Zeit seine neueste CD „Turn the Corner“ veröffentlicht und bereist nun wieder einmal Europa, um seine Lieder live vor Publikum zu spielen. Gerne kommt er dabei auch nach Deutschland. Er lernt die, für keltische Ohren sehr lustig klingende deutsche Sprache mit spürbarem Vergnügen und erfreut sich an für irische Ohren extrem exotisch klingenden Wörtern wie etwa „Kaulquappe“. Jetzt gastierte der musikalische Ire zum ersten Mal im Bad Hersfelder Buchcafé.

Sein Opener ist gleich ein persönliches Willkommenslied für seine Zuhörer und genauso intim und präsent bleibt Colum Sands den ganzen Konzertabend. Er fragt wiederholt nach der Verständlichkeit seiner Liedtexte und hat zu jedem seiner Songs eine einleitende Geschichte parat, die jeden Zuhörer im Saal mitnimmt. Die Liedthemen des irischen Künstlers sind vielfältig. Er singt wortgewandt von seinem Großvater, der immer eine Mütze trug, nie weiter als zehn Meilen von Zuhause entfernt war, ein alles in allem erfülltes Leben hatte und von dem doch kein einziges Foto mehr existiert.

Dann beschreibt er seine Gedanken und die befremdenden Gefühle, die ihn überkommen, wenn er sich in der Sicherheitszone eines großen Flughafens aufhält und bis auf die Haut durchleuchtet wird und gibt in weiteren Liedern clever formulierte Lebensweisheiten von sich.

Auch irische Folklore fließt in seine Lieder ein. Nur mit seiner Stimme improvisierte Sands irische Tanzmusik, so wie sie in Irland im kleinen Kreis erklingt, wenn mal keine Band und kein Musikinstrument greifbar sind. Dieser typisch irische Scatgesang verfehlt seine Wirkung nicht, viele Zuhörer klatschten gerne im Takt mit oder klopften wenigstens mit dem Fuß im Viervierteltakt.

Auch wenn bei seinem ersten Auftritt in Bad Hersfeld noch viel Platz für weitere Zuhörer leer geblieben ist, so ließ sich der irische Songpoet davon nicht entmutigen. Seine kurzweiligen Lieder kamen beim Buchcafé-Publikum sehr gut an. Für jeden Song des sympathischen Iren gab es lautstarken und wohlwollenden Applaus.

Von Werner Rödiger

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