Zivi-Stellen fallen weg – Ersatz überwiegend durch FSJ-Kräfte

Freiwilligendienst läuft schleppend an

Hersfeld-Rotenburg. Wie geht es nach Ende des Zivildienstes weiter? Auf diese Frage gibt es im Landkreis noch keine rechte Antwort. Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) sollte die entstehenden Lücken schließen, läuft aber in der Region nur schleppend an. Nun befürchten soziale Einrichtungen und dort Betreute Nachteile.

Derzeit sind alle Seiten verunsichert. „Interessierte wissen nicht recht, was sie beim BFD erwartet. Auch der Kindergeld-Bezug beispielsweise ist noch nicht abschließend geklärt“, sagt Jörg Schäfer, der sich bei der evangelischen Kirche um das Thema kümmert. Die Einrichtungen haben es nicht leicht. „Wir merken, dass das entsprechende Gesetz mit heißer Nadel gestrickt ist“, sagt Karl Georg Dittmar, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Hersfeld.

Dittmar berichtet von einer einzigen Anfrage für eine BFD-Stelle. Auch andere Einrichtungen im Kreis stellen fest, dass die Resonanz gering ist. „Unsere Bewerber beziehen sich auf das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)“, sagt auch Matthias Weber vom DRK Rotenburg.

Dieser Dienst ist in vielen Einrichtungen der faktische Zivildienst-Nachfolger geworden. Doch die Nachwuchsrekrutierung bleibt ein Problem. Viele bezweifeln, dass BFD und FSJ die Lücken schließen können, die durch das Ende des Zivildienstes entstanden.

Wie Weber hoffen deswegen andere, dass sich nach den Sommerferien Bewerber melden. Etwa, wenn sich ein Studienwunsch zerschlagen hat oder Eltern auf Engagement der Sprösslinge drängen.

Beim Hersfelder Klinikum indes gibt es zum August die ersten BFDler, die auch Bufdis genannt werden. Sie werden in der Pflege und im Krankentransport eingesetzt.

Zum Juli wurde auch der Wehrdienst ausgesetzt. Im Kreis gibt es jedoch noch keine neuen freiwilligen Wehrdienstleistenden. Weder die Rotenburger Kaserne noch die Feldjäger sind Stationen der Grundausbildung. ZUM TAGE

Von Philipp David Pries

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