Bürgermeister Fehling erwartet „emotionale Debatte“ – Kostenpflichtige Premierenfeier

Freikarten auf dem Prüfstand

Stellten gestern das Ergebnis des Bad Hersfelder Bürgerdialogs vor: Bürgermeister Thomas Fehling (rechts) und Pressesprecher Maik Ebert. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Bad Hersfeld muss sparen, und alle sollen und müssen mitmachen. Wenn es nach dem Willen der 689 Teilnehmer des Bürgerdialogs geht, wird zukünftig etwa beim Seniorenprogramm 70plus gespart, und auch die Bürgerhäuser sind laut Bürgermeister Thomas Fehling offenbar „nicht so heilig“.

44 Prozent der Teilnehmer unterstützten die Option, den Eigenanteil der rund 2000 Senioren von 20 auf 40 Euro zu erhöhen. 56 Prozent wollen die Festspiel-Freikarten für die Senioren streichen. Insgesamt würden so 99 000 Euro eingespart. „Die Freikarten für die Festspiele bewegen die Gemüter“, so Fehling, das zeigten auch die freien Kommentare. „Da müssen wir ran.“

An die Bürgerhäuser gehen

Für eine Halbierung der Zuschüsse zu den acht Bürgerhäusern sprachen sich 54 Prozent aus, was 125 000 Euro ausmachen würde. Hier zeige sich allerdings auch eine Schwäche des Online-Tools. Zwar konnte über jede IP-Adresse nur einmal abgestimmt werden und Benutzernamen wie Donald Duck seien gleich aussortiert worden, allerdings wisse man nicht, ob die Mehrheit der Teilnehmer aus Bad Hersfeld Stadt oder den Ortsteilen komme, und da seien die Meinungen zu den Bürgerhäusern sicher unterschiedlich.

Den höchsten Einzelwert der Online-Umfrage aber hatten ohnehin die Festspiele. Dieser Themenbereich wurde von 92 Prozent aller Teilnehmer ausgewählt und beantwortet. Dabei sprachen sich 61 Prozent für eine Begrenzung des städtischen Zuschusses auf eine Million Euro aus, 31 Prozent wollten den Zuschuss wie bisher belassen, nur acht Prozent waren für eine Erhöhung auf rund 1,4 Millionen Euro. „Die Festspiele sind den Bürgern wichtig, aber sie müssen auch finanzierbar sein“, interpretiert der Bürgermeister dieses Ergebnis, wenngleich die Fragestellung schon „provokant“ gewesen sei. Eines ist laut Fehling auch bereits sicher: Die Premierenfeier der Festspiele wird schon im kommenden Jahr nicht mehr gratis sein. Durchschnittlich 14 (Spar-) Entscheidungen trafen die Teilnehmer, wobei eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Umfrage etwa 30 Minuten gedauert haben dürfte.

Die wichtigsten Einsparbereiche für den Haushalt insgesamt sind laut Fehling – in dieser Reihenfolge – Steuern, Kinderbetreuung, Kurbetrieb, Generationen/Soziales, Bürgerhäuser und Kultur. „Ich bin mir im Klaren, dass das einige Aufregung und emotionale Debatten auslösen wird“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Einbringung des Haushalts 2014 im Dezember, der nach den Beratung in den Ausschüssen im Dezember und Januar am 30. Januar verabschiedet werden soll.

Kommentare