Schutzeinrichtung besteht seit 25 Jahren - Hilfe für Gewaltopfer

Frauenhaus – so voll belegt wie nie zuvor

Hersfeld-Rotenburg. 50 Frauen und 43 Kinder haben im Jahr 2010 Schutz und Unterkunft im Frauenhaus in Bad Hersfeld gefunden. „Das Haus war im vergangen Jahr so stark belegt, wie noch nie seit seiner Gründung“, stellt Mitarbeiterin Sabine Schütt-Dörrbeck fest. Dabei hatte es vor 25 Jahren, als das Haus eingerichtet wurde, durchaus die Hoffnung gegeben, dass es möglich sein würde, sich irgendwann einmal selbst überflüssig zu machen.

Das glauben die Mitarbeiterinnen vom Verein „Frauen helfen Frauen“, der das autonome Frauenhaus in Bad Hersfeld betreibt, schon lange nicht mehr. Dennoch stellen sie einen Erfolg ihrer Arbeit fest: „Das Thema Gewalt ist nicht mehr so tabuisiert“, erklärt Schütt-Dörrbeck. Und Brigitte Herold ergänzt: „Das Haus ist bekannter geworden, viele Frauen kommen schneller zu uns, oft auch auf Rat von Behörden und anderen Einrichtungen.“

Im Haus bleiben die Frauen, die alleine oder mit ihren Kindern vor den Schlägen, Beleidigungen und Demütigungen ihres Partner flüchten, ganz unterschiedlich lange. Einige finden bereits nach wenigen Tagen eine andere Lösung oder kehren nach Hause zurück, andere bleiben Wochen oder auch Monate lang.

„Gerade nach der Ankunft im Haus und in den ersten Tagen benötigen Frauen und Kinder eine intensive Betreuung“, erläutert Rahel von Buchholtz. In der Regel befinden sie sich aufgrund der Gewalterfahrung und der Trennung in einer schweren Lebenskrise. Perspektiven für ihr Leben müssen sie erst langsam suchen.

Intensive Gespräche mit den Betreuerinnen, aber auch mit den anderen Bewohnerinnen im Haus können hier helfen, wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Vom Alter her sind die Frauen ebenso gemischt (19 bis 80 Jahre), wie von der Herkunft. Zwei Drittel sind Deutsche, ein Drittel Migrantinnen.

Lokalseite 2, Zum Tage

Von Christine Zacharias

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