Sabine Wackernagel streift mit dem weiblichen Blick durch Grimms Welten

Frauen wie im Märchen

Ausdrucksstarker Auftritt: Die Kasseler Schauspielerin Sabine Wackernagel war am Sonntag mit ihrem Programm „Ich war Schneewittchens Stiefmutter“ zu Gast beim Kulturzug im Alten Rathaus in Bebra. Foto: Hubele

Bebra. Von einer Zeit, in der das Wünschen noch geholfen hat, berichtete die Kasseler Schauspielerin Sabine Wackernagel in „Ich war Schneewittchens Stiefmutter“. Die Zuschauer im Alten Rathaus in Bebra streiften gerne mit dem magischen Kulturzug durch die wundersame Welt der Grimmschen Märchen.

Sabine Wackernagel hatte die einzelnen Märchen zu einer großen Gesamtcollage verknüpft und daraus die Lebensgeschichte einer Frau entworfen: Von der klugen Else, die unter der Spitzhacke im elterlichen Keller weinte und klagte – die dann in die Welt hinauszog, sich verdingte, Abenteuer mit Wolf und alten Mütterchen erlebte, bis sie als Schneewittchens Stiefmutter ausriss, bevor ihr die glühenden Pantoffeln angepasst wurden und sie ihren Lebensabend als gemütliche Frau Holle verbrachte.

Wie eine Frau jung und mutig in die Welt hinauszog, mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, Einbrüche erlebte – das beschreiben die Märchen fabelhaft. Und Sabine Wackernagel webte sie zu einer fantastischen Lebensreise, von der sich die Zuhörer im Bebraer Kulturzug gerne mitnehmen ließen.

Gesichter voller Freude

Wie viele Märchen nun insgesamt zu dieser Erzählung verknüpft wurden, blieb ungezählt, aber die schmunzelnde Freude auf den Gesichtern der Besucher ließ erkennen, dass diese sich freuten, altbekannte Märchen zu entdecken.

Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Frauenkulturwochen statt – und bot eine Entwicklungsgeschichte nicht nur für Frauen. Denn gerade die Märchen der Brüder Grimm fassen ja bekanntlich allgemeine Weisheiten in den unterschiedlichsten menschlichen Entwicklungsschritten in märchenhafte Formen.

Von Sylvia Hubele

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