Abend mit Lyrik und Gesang im Buchcafé – Erlös für das Frauenhaus

Frauen gaben „Wi(e)derworte“

Gaben „Wi(e)derworte“ (von links): Michael Blüm, Waltraud Viehmann, Wernhild Bär, Claudia Wagner-Krempf, Christine Lambert-Schenk und Beke Habener. Foto: Wagner

Bad Hersfeld. Es gibt viele Dinge und Entwicklungen in der Gesellschaft, denen man entgegen wirken kann, indem man sie beim Namen nennt. Genau das taten fünf mutige Frauen im Buchcafé. Wernhild Bär, Beke Habener, Christine Lambert-Schenk, Waltraud Viemann und Claudia Wagner-Kempf präsentierten persönliche Gedichte, Geschichten und Lieder in ihrem Programm „Wi(e)derworte“.

Gier und Missstände

„Alle sind pleite, nur ihr macht Beute.“ Kritisch beschäftigte sich eins der Gedichte mit der Euro-Krise und der Gier auf den internationalen Finanzmärkten. Die fortschreitende Globalisierung sorge dafür, dass nur wenige Menschen profitieren. Die Geschichte „17. Juni 2012“ handelte von den jährlich wieder kommenden Gedanken an den Arbeiteraufstand in der DDR im Jahr 1953. Sie übt Kritik an der Gesellschaft von damals und erinnert an die Missstände in der heutigen Bundesrepublik, darunter die Kinderarmut, Hartz 4 und der Niedriglohn. „War es das, wofür die Menschen damals gekämpft haben?“, diese Frage stand im Raum. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Erzählung „Operativvorgang Teddy“ von Wernhild Bär. Sie schildert, unterstützt von Monika Schmidt, ihre Gedanken und Gefühle während der Einsicht in die Stasi-Akte über sich und ihren Mann .

Entsetzen und Freude

Die Bandbreite ihrer Empfindungen reichte vom bloßen Entsetzen über die detailreichen Informationen bis zur Dankbarkeit, ihrer geplanten Verhaftung entgangen zu sein. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch fröhlich vorgetragene Lieder von Beke Habener am Klavier und Michael Blüm an der Gitarre. Der Erlös der Veranstaltung kam dem Bad Hersfelder Frauenhaus zu Gute. (nw)

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