HZ-Montagsinterview mit der Sorgaer Karnevalistin Eulalia, alias Petra Schuster

Frau trägt Grün und Blau

Zum Fasching mischt sich bei Petra Schuster Privates und Dienstliches: Unser Bild entstand in der vergangenen Woche beim Handwerker-Fasching in der Unterhauner Kindertagesstätte Villa Kunterbunt. Im typischen Outfit trat sie als Putzfrau auf und sorgte im entsprechenden Tonfall auch für Ordnung im Schuhsalat und erzählte Kinderwitze. Foto: Hornickel

Sorga. Eines der Highlights beim Sorgaer Fasching war auch an diesem Wochenende wieder der Auftritt von Petra Schuster, alias Eulalia, die in Stützstrümpfen auftritt, die mit den Gummiringen von Einweckgläsern gehalten werden. In diesem – eigentlich unmöglichen – Aufzug mischt die Frohnatur mit der Revolverschnauze seit dem 16. Lebensjahr die Narrenschar auf. HZ-Redakteur Kurt Hornickel besuchte die Mundart-Karnevalistin an ihrem Arbeitsplatz im Unterhauner Kindergarten Villa Kunterbunt. Dort arbeitet sie als Erzieherin. Auch da war gerade Kinderkarneval und Eulalia mischte wieder mit. In Wollsocken, im Kittel und mit den Gummiringen über den Wollsocken in den Rosshaargaloschen. Während wir die Frau mit den stahlblauen Kulleraugen interviewen, hat Petra Schuster zwei Kinder, die förmlich an ihrer Kittelschürze hängen, auf dem Schoß. Im Hintergrund lärmt unverdrossen eine übermütige Kinderschar. Eulalia ist ganz sie selbst und spricht Mundart mit südhessischen Einschlägen.

Frau Schuster, was hat Sie bloß geritten, sich in dieses grauenvolle Kostüm als Eulalia zu zwängen?

Petra Schuster: Naja, die Geschmäcker sind verschieden, gell ? Ich find’ mich gut da drin. Das Grün der Bluse passt zu meine blaue Auge. Das harmoniert miteinander. Ansonsten is des Kostüm ein Selbstläufer. Den Hut hab’ ich im Fundus vom Kindergarten gefunden. Dann kamen das karierte Röckchen und das grüne Oberteil dazu. Das Wämschen ist von meiner verstorbenen Schwiegermutter, und die Strümpfe hat mir meine Mutter vermacht. Die grünen Schuhe und die Handtasche für die Utensilien einer Frau haben mir Fans geschenkt. Die Tasch’ kam per Post von ’nem Verehrer.

Grün und Blau schmückt jede ....

Schuster: ... Frau. Genau. Und sonst nix anners. Genau, das bin ich au.

Was ist für Sie das Tolle am Fasching in Sorga?

Schuster: Einfach lachen, abfeiern, gut gelaunt sein. Das find’ ich toll. Wenn ich den Leuten in die Gesichter guck’ und die habbe Spaß daran, find’ ich des gut.

Sie sind seit Ihrer Kinder- und Jugendzeit beim Sorgaer Fasching mit von der Partie. Gab es mal eine Zeit ohne Fasching?

Schuster: Ja, eine Durststrecke habe ich auch hinter mir. Das hatte private Gründe. Nach der Geburt meines Sohnes bin ich erst mal eine Zeit lang ausgestiegen.

Was ist unsichtbar und riecht nach Hase? Ein Hasenpups!

KINDERWITZ

Sorga ist eine Faschingshochburg. Bei welchen Gags liegen die Leute im Publikum quer vor Vergnügen?

Schuster: Wenn der Witz gut rüberkommt und unter der Gürtellinie liegt, geht immer etwas.

Was ist denn momentan der Brüller unter Ihren Witzen ?

Schuster: Ei, das möcht’ isch vor der Premiere nett verraten.

Na gut, dann nehm’ ich den zweitbesten Witz aus der vergangenen Saison.

Schuster: Dann will ich Ihnen mal eine Frage stellen: Warum sollte man nie einem Mann mit leuchtenden Augen trauen? Die Antwortet lautet: Es könnte sein, dass von hinten die Sonne durch seinen hohlen Schädel scheint. Das willste als Mann net höre, aber es is so. Gell?

Ich ahne, wovon Sie reden. Woher, mal abgesehen von männlichen Interviewpartnern, beziehen Sie ihre Inspirationen?

Schuster: Die Ideeen kommen mir mittlerweile zugeflogen. Es gibt viele Leute, die bestücke mich mit gude Witze. Und wenn ich sehe, dass des Publikum mal für eine Zeit den Alltag vergisst, dann is des meine Motivation und ich mach’ weiter.

Was macht Eulalia, wenn das Publikum stimmungsmäßig nicht in die Puschen kommt?

Schuster: Des solle die ma ausprobiere. Da krieche die’s mit mir zu due.

Wie ich gerade merke, ist Erzieherin ein richtig strapaziöser Beruf. Hat man denn nach einem Arbeitstag mit den kleinen Plagen abends noch Nerven für Humor?

Schuster: Ei, sischer. Von hier aus beziehe ich meine Inspiration. Außerdem sind es keine Plagen, sondern Kinder; und ich arbeite gerne mit Kindern. Außerdem ist Erzieherin ein Beruf, bei dem man flexibel sein muss. Und das ist auf der Bühne auch gefragt. Zwar hat man seinen Text. Manchmal muss man aber umdisponieren. Und das ist bei meiner täglichen Arbeit nicht anders. Auch Kinder kann man nicht so manipulieren, dass immer alles gleich läuft.

Als Hammer-Weib auf der Bühne - gehen Sie da in Ihren Witzen nur auf die Männer los?

Schuster: Nö, manchmal ziehe ich mich als Frau auch selbst durch den Kakao. Frauen weniger, aber ich mich persönlich als Eulalia und meine Figurprobleme schon. Um einen guten Witz über Frauen zu finden, müsste ich schon länger nachkramen. Einfälle hängen viel von der Situation ab.

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