SPD und CDU bedauern Rücktritt von Professor Keim und setzen auf Gespräche

Fraktionen suchen Kompromiss

Miró kommt im Juni: Professor Walther Keim und Museumsmitarbeiterin Patricia Nell hatten die neue Ausstellung bereits angekündigt. Wenn Keim nicht den Rücktritt vom Rücktritt erklärt, wäre dies die letzte Ausstellung unter seiner Regie. Archivfoto: Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Die Nachricht vom Rücktritt des Muzkkka-Direktors Professor Dr. Walther Keim hat in der Rotenburger SPD- und in der CDU-Fraktion Bedauern ausgelöst. SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Pfister warf UBR-Fraktionsvorsitzendem Hartmut Grünewald vor, dieser habe mit seinen „unsäglichen Angriffen“ gegen Keim einen „unermesslichen Imageschaden für die Stadt Rotenburg“ angerichtet.

Grünewald hatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung Keim unter anderem vorgeworfen, er versuche die Rotenburger zu erpressen, in dem er sage, wenn der Muzkkka-Anbau nicht komme, gehe er. Weiter hatte Grünewald gemutmaßt, Keim wolle mit dem Muzkkka dem hessischen Museumsverband nicht beitreten, weil die nötigen Anforderungen für ein Museum offenbar nicht erfüllt seien.

Nicht nur für Anbau

Die SPD-Fraktion weist darauf hin, dass die für das Muzkkka geplante Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro nicht allein für den Anbau, sondern für eine behindertengerechte Ausstattung, einen aus brandschutztechnischen Gründen nötigen zweiten Fluchtweg, eine Eingangshalle für Unterbringung von Kasse und Garderobe, energetische Außendämmung und eine Anbindung an die Brandmeldeanlage, museumsgerechte Beleuchtung sowie für Installationen und eine Lüftungsanlage nötig sei. Der Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt und Land Hessen müsse man abschließen, um Fördergeld zu bekommen.

Pfister betonte, dass seine Fraktion die Bereitschaft gezeigt habe, über das Muzkkka-Konzept mit den anderen politischen Gruppierungen im Ausschuss neu zu diskutieren.

Offener Austausch

Auch die CDU-Fraktion ist an einer konstruktiven Diskussion über den Umfang eines Anbaus an das vorhandenen Gebäude interessiert. Das teilte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Müller mit. Die CDU-Fraktion habe bereits ein klares Bekenntnis zum Museum in der Villa abgegeben. Prämisse sei ein behindertengerechter Zugang durch Anbau eines Aufzugs.

Müller forderte eine schnellstmögliche Information über die „offenbar schon länger vorliegenden Änderungen in der Anbauplanung“.

Die CDU-Fraktion appelliere an Professor Keim, seinen Rücktritt zu überdenken und aktiv an einem konstruktiven Dialog über ein dauerhaftes und nachhaltiges Konzept für das Muzkkka in Rotenburg mitzuwirken. Ein Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt würde einen möglichen zufriedenstellenden Kompromiss bei der Anbauplanung und dem dann dauerhaften und zukunftssicheren Betrieb des Muzkkkas entgegenlaufen, erklärte Müller. (sis)

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