Nadja Rüdebusch überzeugt mit leisen Tönen

Fragile Songpoesie zum Mitträumen

Nadja Rüdebusch schließt beim Singen gern die Augen und erzählt von ihren geheimsten Gedanken. Foto: Rödiger

bad hersfeld. Die junge Hamburger Sängerin und Songwriterin Nadja Rüdebusch kommt sehr viel herum in Deutschland und Europa. Seit vier Jahren führt sie ihr Soloprojekt „Binoculers“ regelmäßig live auf und kann dabei auch schon auf Konzerte in Portugal, Polen und in der Schweiz zurückblicken.

Jetzt hatten Fans der sanfteren Töne Gelegenheit, Nadja Rüdebuschs Lieder live auf der Bad Hersfelder Buchcafé-Bühne mitzuerleben.

Begleitmusiker benötigt das junge Talent dabei nicht. Nadja Rüdebusch begleitet sich selbst auf der Gitarre und nutzt dabei auch akustische Endlosschleifen erzeugende Bodeneffektgeräte, sogenannte „Looper“, welche kurze Gitarren-Phrasen auf Knopfdruck aufnehmen und endlos wiederholen können.

Aber die fließenden Klangteppiche, die Nadja Rüdebusch mit ihrer Gitarre und einem kleinen Glockenspiel erzeugt, wirken meist minimalistisch, zerbrechlich und zart, ähnlich wie ihre leise flüsternde Gesangsstimme, mit der sie auf Englisch ihren Phantasien freien Lauf lässt.

Sie singt von ihrem geistigen Schneckenhaus, ihrem „snailhouse“, in welches sie sich oft vor der lärmenden Welt zurückziehen kann.

Ein weiterer Songtitel lautet „I swim into a storm“ und in einem anderen Song beschreibt sie das Spiel der weißen Cumulus-Wolken im Wind als „cloud circus“, als Wolkenzirkus. Alle Lieder des Konzerts stammen übrigens von ihrem eigenen Debut-Album „Every Seaman’s“.

Für ihre leise, träumerisch-bildreiche Songpoesie gab es von den Zuhörerinnen und Zuhörern des Konzerts viel wohlwollenden Applaus aus dem mit schwachem Kerzenlicht nur schummrig beleuchteten Konzertsaal. (wr)

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