Dorfentwicklungs-Konzept für Asbach, Beiershausen und Kohlhausen ist fertig

Die Fragen sind gestellt

Wie sie Asbach, Beiershausen und Kohlhausen entwickeln könnten, das zeigte Planer Hartmut Kind (rechts) auf. Foto: Schönholtz

Asbach. Baulücken schließen, hier pflanzen und dort pflastern und nachher war der mit Millionenaufwand umgekrempelte Ort nicht mehr wiederzuerkennen. So war es früher, als die Dorfentwicklung noch Dorferneuerung hieß.

Heute fällt das auf neun Jahre angelegte Förderprogramm nicht nur finanziell ein paar Nummern kleiner aus, wie sich jetzt bei der Vorstellung des Konzepts für die drei Bad Hersfelder Stadtteile Asbach, Beiershausen und Kohlhausen zeigte. Auch die Fragestellungen sind mittlerweile ganz andere, und die immer noch hohen Ansprüche sind eher im Detail zu finden.

Im Südwesten der Kreisstadt muss heute niemand mehr befürchten, dass sein Wohnort nach der Erneuerung völlig anders aussieht. Dass aber manches anders betrachtet wird als zuvor, das ist durchaus die Absicht der Dorfentwicklung, deren erste Konzeptideen der Stadtplaner Hartmut Kind vom Büro SP Plus aus Bad Nauheim in der Asbacher Mehrzweckhalle skizzierte.

Beispiel Dorfgemeinschafts- oder Bürgerhäuser: Hier müssen sich die Einwohner der drei Stadtteile zunächst einmal klar darüber werden, wer diese öffentlichen Einrichtungen künftig wie nutzen möchte. In Asbach stellt sich in diesem Zusammenhang zudem die Frage nach einem eventuell neuen Standort für die Feuerwehr.

Erst wenn es hier schlüssige Antworten gibt, kann in einem zweiten Schritt geplant und bei Bedarf auch gebaut werden. Kostenschätzungen wären zum gegenwärtigen Zeitpunkt folglich unseriös.

Ausnahme sind der Umbau des Jugendraumes und die Neugestaltung der Außenanlagen am Gemeinschaftshaus in Beiershausen, weil es hier bereits konkrete Vorstellungen gibt.

Ein ebenfalls schon greifbares Vorhaben wäre die Sanierung des Asbacher Backhauses – bei der Dorferneuerung landauf landab immer wieder gerne genommen. Hartmut Kind und Ulrike Krauß, zuständige Sachgebietsleiterin beim Landkreis, versuchten den Asbachern das Projekt zwar nicht auszureden, doch sie gaben zu bedenken, dass sich die Organisation der Backtage nach anfänglicher Euphorie erfahrungsgemäß schnell wieder legt.

Neugestaltung von Brunnen- und Bahnhofsvorplatz in Asbach sowie die Einrichtung eine Kanuanlegstelle in Kohlhausen sind weitere Punkte, die ohne allzu großen (finanziellen) Aufwand umgesetzt werden könnten.

Gegen den Verfall

Auf der Prioritätenliste ist jedoch etwas anderes höher angesiedelt: ein Konzept für die Entwicklung- und Neuordnung der Ortskerne. Hier geht es um Leerstände und baufällige Gebäude und problematische Situationen durch den Denkmalschutz. Im Zusammenhang mit der Installierung organisierten ehrenamtlichen Engagements stand hier schon mal die Erkenntnis: „Wir brauchen uns um Bürgerengagement nicht zu kümmern, wenn alles verfällt.“

Die Fragen sind also gestellt. Jetzt müssen die Asbacher, die Beiershäuser und die Kohlhäuser erst einmal Antworten finden.

Von Karl Schönholtz

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