Kulturausschuss verpasste Gelegenheit zur Aussprache mit dem Arbeitskreis für Musik

Fragen? Keine!

Bad Hersfeld. Dr. Thomas Handke, Vorsitzender des Kulturausschusses der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung, sprach im Nachhinein schönfärberisch vom „Beginn eines Dialogs“. Dabei hatte zuvor überhaupt kein Dialog stattgefunden, als die Spitze des Arbeitskreises für Musik (AfM) – künstlerischer Direktor Prof. Siegfried Heinrich und Vorsitzender Alf Rothe – den Parlamentariern Rede und Antwort stehen wollte.

Stattdessen verpasste der Ausschuss die bislang einmalige Gelegenheit, das immer wieder komplizierte und gelegentlich konfliktträchtige Verhältnis der Stadt als Veranstalter der Bad Hersfelder Festspiele zum Träger der Oper, also dem AfM, zu hinterfragen.

Heinrich und Rothe waren durchaus gewappnet, auch kritische Fragen zu beantworten. Doch die kamen nicht, von keiner Seite, weder von freundlich gesinnten Ausschussmitgliedern und auch nicht von denen, die dem AfM kritisch gegenüberstehen.

Also: Keine Fragen zu einer möglichen Kooperation zwischen Festspielen und Oper, keine Fragen zum Stand der angekündigten Gespräche zwischen AfM und Bürgermeister Thomas Fehling, keine Fragen zum in absehbarer Zeit auslaufenden Vertrag, der die Nutzung der Stiftsruine regelt, keine Fragen zum Geld, keine Fragen zu eventuellen Befindlichkeiten.

Nichts, oder zumindest so gut wie nichts. Einige wenige Petitessen wie das dürftige Lichtdesign der Opernaufführungen (Antwort: Lieber Ruine pur) wurden angesprochen, und Vorsitzender Handke fragte nach der Möglichkeit eines Festspielkonzertes mit Filmmusik (Antwort: Zu hohe Gema-Gebühren).

Das Gastspiel von Heinrich und Rothe brachte folglich nichts Neues. Ein paar Sätze zur künstlerisch erfolgreichen, aber von den Besucherzahlen etwas enttäuschenden Spielzeit 2011, ein kurzer Ausblick auf die Opernproduktionen des kommenden Jahres und das Programm der Festspielkonzerte – alles längst bekannt. „Sind noch Fragen?“, wollte der Vorsitzende wissen, blickte in die Runde und fragte noch einmal nach: „Keine?“ Keine! Kommentar

Von Karl Schönholtz

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