Fragen und Antworten zur Schließung der Notunterkünfte in Bad Hersfeld und Bebra

Stehen bald leer: Das Herkulescenter in Bad Hersfeld (oben) und der ehemalige Toom-Baumarkt in Bebra. Fotos: Archiv

Bad Hersfeld/Bebra. Seit drei Monaten standen sie leer, jetzt kommt das endgültige Ende: Die Notunterkünfte für Flüchtlinge im Bad Hersfelder Herkulescenter und im Bebraer Toom-Baumarkt werden geschlossen. Das teilte das Hessische Sozialministerium am Mittwochabend mit.

Warum werden die Unterkünfte nicht mehr gebraucht? 

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge ist in den vergangenen Monaten massiv gesunken. Im vergangenen Quartal kamen im Schnitt etwa 1200 Asylsuchende pro Monat nach Hessen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres kamen im Schnitt 1300 - pro Woche. „Jetzt gilt es, die Kapazitäten maßvoll und verantwortungsbewusst anzupassen“, sagt der hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner.

Schließen alle Unterkünfte in Hessen?

Nein. Es bleiben 11 Einrichtungen mit 14 000 Plätzen bestehen. Kriterien bei der Frage, welche Unterkünfte weiter genutzt werden, sind unter anderem die Kapazität, Qualität und Kosten. 21 Einrichtungen werden komplett geschlossen, darunter die in Bebra und Bad Hersfeld.


Was passiert jetzt mit der Einrichtung der Unterkünfte? 

Stehen bald leer: Das Herkulescenter in Bad Hersfeld (oben) und der ehemalige Toom-Baumarkt in Bebra. Fotos: Archiv

Für den Rückbau ist das Land Hessen zuständig, das die Einrichtungen Anfang Mai vom Kreis übernommen hatte. „Alles, was Kosten verursacht, ist schon weg“, sagt Kreissprecher Dirk Herrmann. Dazu gehören Duschcontainer, Dixi-Klos und Zäune. Personal für Catering und Security ist nicht mehr vor Ort. Möblierung wie Bierzeltgarnituren und Waschmaschinen sollen in andere, aktive Unterkünfte gebracht werden.


Gibt es schon Pläne, wie die Gebäude in Zukunft genutzt werden?

Die Mietverträge mit den Gebäudeeigentümern laufen noch bis Oktober (Herkulescenter) und November (Toom) 2017. In Bad Hersfeld könnte Edeka vorübergehend einziehen, bis der Neubau an der Hainstraße fertig ist. Verhandlungen darüber bestätigt Filialbetreiber Torsten Hellwig gegenüber unserer Zeitung.

Für den Toom-Baumarkt sind keine konkreten Pläne bekannt. Bebras Bürgermeister Uwe Hassl fordert interessierte Investoren auf, sich bei der Stadt zu melden und bietet an, die Kontakte zum derzeitigen Mieter, dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen zu vermitteln. Dort war gestern niemand für ein Statement zu erreichen.

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