Im Prozess wegen Vergewaltigung eines Kindes werden weitere Zeugen benötigt

Frage der Glaubwürdigkeit

Bad Hersfeld. Mit der Glaubwürdigkeit des Opfers beschäftigte sich das Bad Hersfelder Jugendschöffengericht gestern im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen 23-Jährigen Arbeiter aus dem Kreisgebiet.

Weil die Vernehmung sogenannter bester Freundinnen eher neue Fragen aufwarf als alte abschließend beantwortete, musste jedoch ein dritter Verhandlungstag für den 12. Juli terminiert werden.

Nicht nur der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs macht dieses Verfahren so brisant, sondern auch die Tatsache, dass das Opfer zur mutmaßlichen Tatzeit im Februar 2007 erst 13 Jahre alt war, also vor dem Gesetz noch als Kind zählte.

Zwei von der Verteidigung des bislang schweigenden Angeklagten benannte Zeuginnen – beide 17 Jahre alt – berichteten dem Gericht nun von Äußerungen ihrer damaligen Mitschülerin, nach denen diese angeblich schon vor dem Vorfall mit einem anderen Jungen geschlafen habe. Auch solle sie angekündigt haben, es ihrem Ex-Freund „heimzahlen“ zu wollen. Was sie damit genau meinte, hatte das Mädchen ihren Freundinnen jedoch nicht mitgeteilt.

Weil sie nach der Strafanzeige gegen den Ex-Freund in der Schule angefeindet wurde, soll nun auch die Lehrerin des Opfers unbedingt noch vernommen werden. Daneben wird ein Polizist geladen, der sich mit einem weiteren Mädchen aus dem Freundeskreis unterhalten hat sowie das Mädchen selbst.

Über das von Verteidiger Klaus Königshof beantragte Glaubwürdigkeitsgutachten hat das Gericht mit seinem Vorsitzenden Dr. Rolf Schwarz noch nicht entschieden.

Die Geschädigte selbst hatte am ersten Verhandlungstag die Anklage von Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald unter Tränen bestätigt. Demnach war die Vergewaltigung im Elternhaus des 23-Jährigen passiert.

Von Karl Schönholtz

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