Bevorstehende Vereinsgründung als Meilenstein auf den Spuren des großen Reformators

Fortschritte auf dem Lutherweg

Im Zeichen des Kreuzes: Die Arbeitsgruppe für den Lutherwanderweg im Innenhof des neuen Gemeindehauses. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Der Weg ist das Ziel. Das gilt für Pilger auf spirituellen Pfaden genauso wie für die Mitglieder der Arbeitsgruppe Lutherweg, die seit Monaten rührig daran arbeiten, dass der Weg zwischen Wartburg und Worms auch endlich beschritten werden kann. Knapp 300 Kilometer sollen Pilger schon bald auf den historischen Spuren des Reformators Martin Luther von vor 475 Jahren wandeln können, erläutert Dekan Ulrich Brill die Vision hinter dem Weg.

„Unsere Region im Schatten der Wartburg hat ein großes Erbe“, erklärt Sigrid Wetterau von der Wirtschaftsförderung, die gemeinsam mit der evangelischen Kirche das Projekt vorantreibt. Ein erster Meilenstein ist nun erreicht. Am 12. September soll ein Förderverein für den Weg gegründet werden. Nur so könne das Projekt in den Genuss von staatlicher Förderung kommen, die den Initiatoren sowohl vom Land als auch vom Bund in Aussicht gestellt wurde.

Rund 1000 Euro pro Kilometer müssen gemeinhin für die Beschilderung – ein großes L – für Rastplätze und Infotafeln kalkuliert werden. Wetterau geht davon aus, dass der Lutherweg viel preiswerter wird, weil er über weite Strecken auf schon vorhandenen Wegen – den „Kurzen Hessen“ verläuft – davon 65 Kilometer im Kreis Hersfeld-Rotenburg von Heringen nach Breitenbach. Gleichwohl wird viel Unterstützung von Privatleuten aber auch den Kommunen und Firmen am Wegesrand benötigt.

„Tourismus-Experten rechenen zum Luther-Jubiläum 2017 mit Besucherzahlen wie zur Fußball-EM“, berichtet Bad Hersfelds Kurdirektor Christian Meyer. Für Hotels und Gaststätten am Weg lockt also ein gutes Geschäft. Doch auch Privatleute sind dazu aufgerufen, Schlafplätze in ihren Häusern oder auch einfache Quartiere wie etwa in Scheunen für Pilger zur Verfügung zu stellen.

Luther selbst übrigens, bezeichnete sich als „faulen Sack“ und galt als Gegner des Pilgerns, weil zu seiner Zeit damit oft Ablass-Versprechen verbunden wurden. „Den Himmel kann man sich aber nicht verdienen“, sagt Manfred Gerlach, der Pilgerbeauftrage der Evangelischen Kirche. Dennoch ist er überzeugt, dass sich Luther heute der immer größer werdenden Pilgerschar anschließen würde. Denn der Weg ist eben das Ziel, und er verändert garantiert jeden Wanderer.

Von Kai A. Struthoff

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