Die Vögel greifen vor allem Jogger und Radfahrer an

Forstämter warnen vor Bussardattacken

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Hersfeld-Rotenburg. Wer an bewaldeten Strecken joggen geht oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte aktuell Vorsicht vor angriffslustigen Greifvögeln walten lassen. Wie der Landesbetrieb Hessen-Forst mitteilt, nisten seit Anfang April wieder zahlreiche Mäusebussarde in der Region.

Während der fünfwöchigen Brutzeit und in den Monaten bis August seien die Vögel, die normalerweise nicht aggressiv gegenüber Menschen seien, durch die Versorgung der Jungtiere besonders gestresst. „Es kommt vor, dass die Bussardeltern ihre Jungen verteidigen wollen. Sie stürzen sich auf vermeintliche Eindringlinge und gelegentlich setzen sie dabei Krallen und Schnäbel ein“, so Dieter Mathes vom Forstamt Bad Hersfeld.

Vor allem schnelle Bewegungen würden von den Vögeln als Gefahr gewertet, weswegen häufig Jogger und Radfahrer ins Visier der Altvögel geraten würden, erklärt Mathes weiter. Es handele sich jedoch meist nur um Scheinangriffe, bei denen die Vögel im Sturzflug und mit Gekreische den Kopf des Eindringlings fixieren, jedoch kurz vorher wieder abdrehen würden. Selten komme es zu ernsten Verletzungen. Bei einem Kratzer solle man jedoch unbedingt den Hausarzt kontaktieren. Volker Neumann, Betriebsleiter des Forstamts Rotenburg, empfiehlt, sich bei einem Angriff möglichst ruhig zu verhalten und auf keinen Fall nach dem Tier zu schlagen, da dies ernsthaftere Angriffe auslösen könnte. Bewaldete Gebiete sollten im Schritttempo durchquert werden.

Nachdem es ein paar Jahre etwas ruhiger gewesen sei, geht Neumann aufgrund des milden Winters und dem dadurch vorhandenen Mehr an Nahrung von einer höheren Bussardpopulation in diesem Sommer aus. Laut Experten von Hessen-Forst und der staatlichen Vogelschutzwarte brüteten in diesem Frühjahr 8000 bis 14 000 Vogelpaare in Hessen. (mad)

Verhaltenstipps bei Angriffen

Wie Hessen-Forst mitteilt, bauen Bussarde ihr Nest gerne in Bäumen am Rand von naturnah bewirtschafteten Wäldern in zehn bis 20 Metern Höhe. Es wird empfohlen, in der Zeit bis August solche Gebiete beim Joggen und Radfahren zu meiden, oder eine Gehpause einzulegen.

Dann sei ein Angriff äußerst unwahrscheinlich. Kommt es doch zu einer Attacke, solle man unbedingt Ruhe bewahren und auf keinen Fall nach dem Tier schlagen, da es sonst zu ernsthaften Angriffen kommen könnte.

Es wird empfohlen, sich möglichst ruhig und in niedrigem Tempo von dem Nistgebiet zu entfernen. Bei Verletzungen sollte in jedem Fall der Hausarzt kontaktiert werden. (mad)

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