Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wimmelt es bereits jetzt von großflächigen Schutzgebieten

Forstämter im Dienst der Natur

H.-Werner Führer

Hersfeld-Rotenburg. Der Plan, Teile des Waldes als Schutzgebiete ganz oder teilweise aus der Bewirtschaftung herauszunehmen, ist in „Waldhessen“ nicht neu.

So hat das Forstamt Bad Hersfeld beispielsweise in seinem heutigen Bereich über 20 Jahre hinweg 800 Hektar Wald „stillgelegt“.

Das berichtet Kersten Eidam, Bereichsleiter für Dienstleistung und hoheitliche Aufgaben beim Hessen-Forstamt Bad Hersfeld.

Beispielsweise 340 Hektar am Dreienberg, wo Teile des stattlichen Buchenwaldes jetzt ein Eigenleben führen und durch Rodungen dem typischen Kalkmagerrasen der Weg geebnet wurde. Auch am Landecker wurden 65 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Beitrag der Staatsforstverwaltung zur Ausweitung des Biosphärenreservats.

15 500 Hektar Staatswald bewirtschaftet und beförstert das Amt. Dazu kommen noch 1 700 Hektar Kommunalwald. Von den 4 000 Hektar Privatwald in seinem Beritt werden 1 100 Hektar kostenlos mitbeförstert, die 400 kleineren Waldinteressenten gehören.

Zuerst der Staatswald

Bereichsleiter Kersten Eidam betont, dass alle „Flächenstilllegungen“ bisher nur im Staatswald stattgefunden hätten, beispielsweise mit dem Naturwald bei Unterhaun und auf 580 Hektar Im Ziebach bei Ronshausen. Weitere Maßnahmen sind momentan nicht geplant, wenn man von der Ausweisung von „Kernzonen“ absieht.

14 300 Hektar Staatswald bewirtschaftet das Forstamt Rotenburg. Hinzu kommen noch 2 700 Hektar Wald, die den Gemeinden gehören sowie 3 700 Hektar Privatwald. Darin enthalten sind Abteilungen von mehreren hundert Hektar, der sogenannte Trottenwald, aber auch Parzellen in der Größe von drei bis fünf Hektar. Das Forstamt Rotenburg betreut neun kommunale Forstbetriebe, darunter den Stadtwald Rotenburg mit 1 305 Hektar und den Stadtwald Bebra mit 398 Hektar.

Von den 3 500 Hektar Privatwald sind etwa 500 Hektar klein strukturierter Waldbesitz mit über 600 Eigentümern.

Im Bereich des Forstamtes Rotenburg gibt es neun Gemeinschaftswälder (Interessentenwälder) sowie als forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse zwölf Forstbetriebsvereinigungen und eine Forstbetriebsgemeinschaft. Alle Betriebe sind PEFC-zertifiziert.

Das Forstamt betreut 16 Naturschutzgebiete mit 478 Hektar Fläche sowie zwei großflächige Landschaftsschutzgebiete. Mehr als 3 300 Hektar Staatswald sind als Erholungswald ausgewiesen.

2 012 Hektar Waldfläche sind FFH-Gebiet (Natura 2000). Hierzu gehören auch Flächen des Stadtwaldes Rotenburg (112 Hektar), der Rest ist Staatswald. „Diese Waldflächen werden in normaler Intensität bewirtschaftet, es gilt hier jedoch ein Verschlechterungsverbot bezüglich der Lebensraumtypen“, erklärt Forstamtsleiter Hans-Werner Führer. Vom Rotenburger Staatswald werden derzeit 213 Hektar nicht bewirtschaftet (Naturwaldreservate, Altholzinseln, Ausgleichsflächen für die Erweiterung der Autobahn 4, Grenzwirtschaftswald). Eventuell können darüber hinaus im Rahmen der Naturschutzleitlinie des Landesbetriebs Hessen-Forst noch weitere Flächen stillgelegt werden.

Privatwaldbesitzer können sich auf vertraglicher Basis an Naturschutzmaßnahmen beteiligen.

Von Kurt Hornickel

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