Zentrale Kundgebung der Gewerkschaften zum Maifeiertag in Bad Hersfeld

DGB fordert Solidarität

Kämpferische Gewerkschaften: Herrlicher Sonnenshcein belohnte die Gewerkschafter, die zur Maikundgebung an den Lullusbrunnen in Bad Hersfeld gekommen waren. Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Solidarität war der zentrale Begriff der DGB-Kundgebung zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, zu der DGB und zahlreiche Einzelgewerkschaften am Sonntag nach Bad Hersfeld eingeladen hatten.

DGB-Kreisvorsitzender Tobias Huth kritisierte, dass in Deutschland die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer würden und nannte dabei explizit die VW-Manager, die trotz der von ihnen verursachten Krise des Konzerns auf ihren Bonus-Zahlungen bestünden. Für die Manager gebe es dicke Altersversorgungen, während gleichzeitig immer mehr Rentner mit 750 bis 800 Euro Rente auskommen müssten und in die Altersarmut rutschten.

Das Angebot der Metall-Arbeitgeber, die Löhne um 0,9 Prozent zu erhöhen nannte Huth einfach dreist. Da müsse über eine Urabstimmung nachgedacht werden. Die Arbeiter müssten an den Profiten der Unternehmen beteiligt werden, forderte Huth.

„Wir brauchen mehr Solidarität“, machte der Gewerkschafter deutlich, und versicherte, dass die Gewerkschaften ihre Solidarität auch weiterhin gegen Hetze, Ausländerfeindlichkeit und Ungerechtigkeit stellen wollten.

Solidarität und Zusammenarbeit seien die Grundlage für gesellschaftliche Veränderung, stellte auch der stellvertretende Geschäftsführer Osthessen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fest. In seinem 45-minütigen Rundumschlag ließ er kaum ein gesellschaftliches und politisches Thema aus. Die vor Krieg und Gewalt geflüchteten Menschen seien die Kollegen von morgen, machte Leinweber deutlich. Integration könne aber nur gelingen, wenn alle gleiche Chancen hätten. Wenn die Flüchtlinge zu unwürdigen Bedingungen arbeiten müssten, sei das nicht nur schlecht für sie, sondern gefährde auch die Schutzrechte aller anderen Arbeitnehmer, machte Leinweber deutlich.

Größte Reform des Jahrtausends

Er würdigte den Mindeslohn als größten Reform des Jahrtausends, bekräftigte die Forderungen nach fünf bis sechs Prozent mehr Lohn in den derzeit laufenden Tarifrunden, sowie nach einem Tarifvertrag für die Beschftigten des Versandhändlers Amazon, wies auf drohende Altersarmut und soziale Ungerechtigkeit in der Gesellschaft hin, forderte höhere Spitzensteuersätze, Erbschafts- und Vermögenssteuer für die Reichen und geißelte das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den USA als Bedrohung der Demokratie.

Konkrete Beispiel für die Gewerkschaftsarbeit vor Ort nannten abschließend Sprecher der Beschäftigten von Conti, Amazon und DRK. Von Christine Zacharias

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