Für die Unterhaltung von Flächen und Immobilien ist die Stadt Bad Hersfeld zuständig

Folgekosten schon jetzt

Nicht mehr zeitgemäß: Das Hessen-Stadion an der Oberau muss saniert werden – ob mit Sportpark oder ohne. Foto: Eyert/Archiv

Bad Hersfeld. Als „ureigenes städtisches Interesse“ bezeichnete Bauverwaltungschef Johannes van Horrick die Überlegungen, die Sport- und Freizeitanlagen in der Fuldaaue im Rahmen des Projektes „Lullus-Sportpark“ wieder in einen zeitgemäßen Zustand zu bringen.

Van Horrick argumentierte, dass Flächen und Immobilien an die Stadt zurückfallen würden, wenn die Vereine nicht in die Lage versetzt würden, die Einrichtungen auch künftig zu betreiben.

Bedenken, der Sportpark würde hohe Folgekosten für die Unterhaltung nach sich ziehen, ließ van Horrick ebenfalls nicht gelten. Die Stadt sei schon jetzt für Reparaturen und Pflege zuständig, nur seien die Kosten in den bisherigen Haushaltsplänen nicht separat ausgewiesen. Das werde sich nach der Umstellung auf die doppische Buchführung jedoch ändern. Ohnehin seien die Folgekosten mangels konkreter Planung derzeit nicht zu beziffern, sprach van Horrick von der „Quadratur des Kreises“, weil mancher Stadtparlamentarier die Planungskosten scheut.

Mit der Sportschützin Manuela Schmermund als neuer Mitarbeiterin will sich der städtische Fachbereich Sport jetzt auch verstärkt um eine Zusammenarbeit mit den Vereinen kümmern. Dabei geht es auch um den zielgerichteten Einsatz von Fördergeld aus dem städtischen Haushalt. Man müsse diesen Bereich „völlig neu beleuchten“, sagte der kommissarische Fachbereichsleiter Matthias Heyer.

Der Stadtverordnete Frank Berg (FDP) regte im Sozialausschuss zudem ein höheres Engagement der heimischen Wirtschaft an und nannte als Paradebeispiel den Autozulieferer Brose, der an seinem Standort Coburg auf eigene Kosten Sport- und Freizeitanlagen baut, um die Attraktivität der Vestestadt für qualifizierte Arbeitskräfte zu erhöhen.

Im Haupt- und Finanzausschuss scheuten die Vertreter von SPD, Grünen und Fraktionsgemeinschaft jedoch davor zurück, 40 000 Euro in ein Vergabeverfahren und weitere 150 000 Euro in eine Planung zu investieren, die dann möglicherweise aus Kostengründen nicht umgesetzt werden kann.

Außerdem wurde in den Redebeiträgen mehrfach auf die vermeintliche Bevorzugung eines einzelnen Vereins – der SG Hessen Hersfeld – durch das Sportpark-Projekt angespielt.

Auch der angeblich schlechte Zustand des heimischen Sports wurde bezweifelt.

Von Karl Schönholtz

Kommentare