Förster im Landkreis Hersfeld-Rotenburg befürchten mehr Importe durch Einschlagstopp

Hersfeld-Rotenburg. Um alte Buchenbestände zu schützen, sollen zehn Prozent des öffentlichen Waldes nicht mehr forstlich genutzt werden. Das fordert eine Allianz aus vier Naturschutzverbänden.

Die Forstämter im Landkreis halten diese Forderung für übertrieben und verweisen darauf, dass es bereits geschützte Kernflächen im heimischen Wald gebe.

In den vergangenen zehn Jahren würden zunehmend wertvolle Altbestände eingeschlagen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), dem Forum Umwelt und Entwicklung und Greenpeace, in der ein sofortiger Einschlagstopp für alte Laubwälder gefordert wird.

In 20 Jahren könne Deutschland den Holzhunger nicht mehr stillen und sei verstärkt auf Importe angewiesen, sagt Volker Neumann, Bereichsleiter Dienstleistung/ Hoheit beim Forstamt Rotenburg. Aus diesem Grund sei es nicht sinnvoll, pauschal zehn Prozent des Waldes stillzulegen. „Je mehr Wald wir stilllegen, desto mehr müssen wir importieren. Womöglich sogar aus Ländern, in denen nicht nachhaltig gearbeitet werde, sagt auch Neumanns Kollege Kersten Eidam vom Forstamt Bad Hersfeld.

Die Vertreter beider Forstämter betonen, dass in Deutschland schon seit Jahrzehnten nach dem Prinzip der nachhaltigen Waldwirtschaft gearbeitet werde.

Beide Forstämter verweisen darauf, dass bereits einiges für den Natur-- und Artenschutz getan werde. So würden Habitatbäume, also alte Bäume mit Höhlen, die seltenen Arten Schutz bieten, geschont und um weitere Bäume ergänzt. Im Zuge einer Naturschutzleitlinie von Hessenforst würden derzeit in Abstimmung mit Naturschutzverbänden mehrere Hundert Hektar Kernflächen ausgewählt, die künftig nicht mehr bewirtschaftet werden sollen.

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