Zu wenig Regen: Wasserstände im Kreis an der Unterkante

Flüsse und Bäche drohen auszutrocknen

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Hersfeld-Rotenburg. Die vereinzelten Schauer haben kaum was gebracht: Es fließt nicht mehr viel Wasser die Fulda hinab und auch die anderen Flüsse und Bäche der Region fallen trocken. Der statistisch belegte „mittlere Niedrigwasserabfluss“ der Fulda ist bereits erreicht und war zeitweise sogar schon unterschritten. Wie trocken es im Landkreis ist, belegen die Messungen des Staatlichen Umweltamts in Bad Hersfeld.

Die Fulda führt zurzeit nur knapp ein Viertel der Wassermenge des Jahresmittels von 20,2 Kubikmeter pro Sekunde; nur noch fünf Kubikmeter Wasser seien das derzeit, erklärt Sabine Kaemling vom Dezernat oberirdische Gewässer und Hochwasserschutz. Auch beim Haune-Pegel Hermannspiegel strömen gerade noch 850 Liter pro Sekunde vorbei, also etwa ein Viertel des Jahresmittelwerts von 3,4 Kubikmetern.

Die Ulster führt am Pegel Philippsthal noch 27 Prozent des Jahresmittels von 5,1 Kubikmetern pro Sekunde. Die Haune und die Ulster liegen noch über dem mittleren Niedrigwasserabfluss. Die Werra führt in unserem Landkreis nur noch 30 Prozent der mittleren Wassermenge.

Für Sabine Kaemling zählen aber weniger die Pegelstände, als vielmehr der Wasserabfluss. „Der Wasserstand nimmt nicht so schnell ab wie die Abflussmengen“, erklärt sie. Einige, sehr kleine Bäche seien bereits versiegt. In den künstlich geschaffenen Seitenarmen der Fulda verdunsten die letzten Pfützen. Probleme mit der Wassergüte sind dem Umweltamt jedoch nicht bekannt.

Das bestätigt auch Dr. Peter Seel vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie. In unserem Landkreis betreibt das Amt 20 Messstellen, davon jeweils eine am Ein- und Auslauf des Kirchheimer Seeparks. Auch aus Ulfe und Solz bei Weiterode, vom Haselbach bei Lispenhausen und der Gude vor der Einmündung in die Fulda sowie aus Geis, Jossa und Aula werden Proben gezogen.  HINTERGRUND

Von Kurt Hornickel

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