Von Flüchtlingen, Klopapier und Jazzmusik

Karl Schönholtz

Der Strom der syrischen Flüchtlinge nach Deutschland reißt nicht ab, und von Bayern ist die Welle der Asylsuchenden längst auch in andere Bundesländer übergeschwappt. Mit der Sonderzuweisung von 120 Menschen stößt nun erstmals auch der Landkreis Hersfeld-Rotenburg an seine Kapazitätsgrenzen. Die vorsorglich ins Auge gefassten Quartierreserven sind zunächst einmal ausgeschöpft. Die Suche nach weiteren Unterkünften ist nicht einfach. So tut sich die Kreisstadt Bad Hersfeld trotz aller Bemühungen schwer, die ehemalige Hoechst-Kantine nutzbar zu machen. Hier sind es die Ver- und Entsorgungsleitungen, an denen es hängt. Eine Lösung ist zwar in Sicht, doch bis zur Umsetzung wird noch einige Zeit vergehen. Auf der anderen Seite kann sich der Landkreis vor Immobilienangeboten kaum retten – nur taugt längst nicht jede gut gemeinte Offerte als Bleibe für die geflüchteten Menschen. Brandschutz, Ausstattung und anderes müssen geprüft werden, ehe man die Asylbewerber hier guten Gewissens unterbringen kann. Hier wird momentan auf allen Ebenen Großes geleistet – und das meist ohne großes Trara im Hintergrund.

Ein unappetitliches Thema war in dieser Woche bei uns Aufmacher: Feuchte Toilettentücher, die sich nicht auflösen und schließlich in den Kläranlagen für ehebliche Probleme sorgen. Kaum war der Artikel erschienen, da meldete sich auch schon aus Malsfeld der Hersteller eines Vliesstoffes für feuchtes Klopaier, das sich angeblich bis in kleinste Bestandteile auflöst. Na bitte!

Im Bauausschuss der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung werden meist gewichtige Themen besprochen. Und nicht selten baut die eine Sitzung themenübergreifend auf die vorhergehende auf. Da verwundert es schon, wenn – wie diese Woche geschehen – das Protokoll der Juli-Sitzung nicht vorlag, obwohl sich der Vorsitzende zu erinnern meinte „irgendwas unterschrieben zu haben“. Aber vielleicht ist das die Erklärung dafür, dass das eint auf 1200 Quadratmeter limitierte Baufenster im Schilde-Park mittlerweile ohne weiteren Beschluss auf 1600 Quadratmeter gewachsen ist.

Gespannt bin ich, wie an diesem Wochenende der Bad Hersfelder Live-Jazz funktioniert. Ein neuer Termin und ein verändertes Konzept – da muss sich vielleicht manches erst einspielen und finden. Oder ist der Jazz ein Selbstgänger, der unageachtet von Wetter und Programm die Massen zieht? Am Sonntagabend sind wir schlauer.

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