25 Jahre Autonomes Frauenhaus im Landkreis - Feierstunde im Buchcafé

Fluchtburg für Frauen in Not

Viel Kraft investieren: Oft gibt es endlose Diskussionen, weil alle ganz individuell gestrickt sind. Auf 25 Jahre „Autonomes Frauenhaus“ blicken zurück: Carina Ries, Christa Grocholl-Wörndl, Nicole Stein, Dorit Glebe, Carina Haber-Becker, Elisabeth Rehs (oben von links) und Rosi Ernst, Uschi Voss, Sabine Schütt-Dörrbeck, Brigitte Herold und Rahel von Buchholtz (unten). Foto:  Schmidl

Bad Hersfeld. „Wir bedanken uns bei den Frauen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben und von denen wir viel lernen konnten“. Diesen Dank richteten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses an die mehr als 1250 Frauen, die in den vergangenen 25 Jahren in ihren Räumen Schutz vor körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt gesucht und gefunden haben. In einem Haus mit geheimer Adresse, in dem die Frauen und auch ihre Kinder zur Ruhe kommen und sich ohne Angst neu orientieren können.

Das Frauenhaus ist rund um die Uhr und seit 25 Jahren unter der Telefon-Nummer 06621/65333 erreichbar.

Dieses Jubiläum war für den Verein „Frauen helfen Frauen“ ein Anlass, zu einer Feierstunde in das Buchcafé in Bad Hersfeld die Menschen einzuladen, die seit Jahren diese Arbeit unterstützen. Finanziell wird der Verein im Wesentlichen durch das Land, den Kreis, Städte und Gemeinden gefördert. Leider reichen die Zuschüsse aber nicht aus, um den vielfältigen Aufgaben des Vereins gerecht zu werden, der auch noch die externe Frauenberatungs- und Interventionsstelle „Frauentreff“ in Bad Hersfeld anbietet und auch in der Außenstelle Bebra hilfesuchenden Frauen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Angst, dass Geld knapp wird

Zu den großzügigen Unterstützern gehört seit Jahren auch die Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, die von Geschäftsstellenleiter Bernd Schwalm vertreten wurde. Er und viele politische Mandatsträger, Vertreter der Polizei, Kirche und Justiz nahmen sich Zeit zum Nachdenken, zum Erinnern und in die Zukunft schauen, die von der ständigen Angst, dass das Geld knapp wird, geprägt ist.

Bürgermeister Thomas Fehling gratulierte persönlich und im Namen der städtischen Gremien und lobte die Beharrlichkeit und Ausdauer der Mitarbeiterinnen. Das Bedauern, dass es trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit, die darauf hinwirkt, dass die Unterdrückung von Frauen und Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich geächtet und sanktioniert wird und misshandelnde Männer strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, noch immer Frauenhäuser geben muss, ist groß.

„Am gefährlichsten für Frauen ist es zuhause“, erklärte die 1. Kreisbeigeordnete Elke Künholz, die ebenso wie der SPD-Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke eine Spende übergab.

Andrea Fink-Jacob begleitet die Arbeit im Frauenhaus als Frauenbeauftragte seit nunmehr elf Jahren und fütterte das mitgebrachte Glücksschwein mit vielen guten Wünschen.

Kulturelle Gutscheine

Die Verantwortlichen des Buchcafes´, die dem Verein eng verbunden sind, überraschten mit kulturellen Gutscheinen. Musikalisch wurde die die Veranstaltung von Antje Fey-Spengler am Saxophon und Martina Krüger am Klavier begleitet. Bei dem anschließenden Sektempfang konnten die Gäste ins Gespräch kommen und sich informieren. Im Anschluss gastierte aus Anlass des Jubiläums die Kabarettistin Petra Förster mit ihrem Programm „Fettnäpfchen-Diät“.

Von Gudrun Schmidl

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