Zum flotten Jive gejodelt

Sie versprühten gute Laune: Die Schäfer, Angela Wiedl und Patrick Lindner bei der Veranstaltung „Sternstunden des volkstümlichen Schlagers“ in der Stadthalle. Fotos: Hettenhausen

Von Vera Hettenhausen Bad Hersfeld. Restlos ausverkauft war die Stadthalle am Sonntagnachmittag, als Patrick Lindner sein neues Tourneeprogramm präsentierte. Bei den „Sternstunden des volkstümlichen Schlagers" waren Angela Wiedl und Die Schäfer mit dabei, allesamt hochkarätige, beliebte Stars der Volksmusikszene. Kein Wunder also, dass kein Platz im Saal und auf der Empore mehr frei blieb.

„Singen, kochen, tanzen, lachen, glücklich machen“ wollten die Akteure laut ihres umgetexteten Begrüßungsliedes von Karel Gotts „Babuschka“. All dies setzten sie in den folgenden zweieinhalb Stunden um. Das Kaminfeuer flackerte in der rustikalen Stube, durch deren Fenster man den Winterwald sehen konnte. Durch die prächtige Bühnenkulisse wurden die Besucher schnell in eine wohlig-warme Stimmung versetzt.

25 Jahre auf der Bühne

Da Lindner und seine musikalischen Begleiter jeweils eine 25-jährige Bühnenpräsenz zu feiern haben, können sie auf ein umfangreiches Repertoire an Hits zurückgreifen. Mit ihren romantischen Liedern aus der Welt der Schäfersleute begeisterten zunächst die vier Mitglieder der Schäfer. Ihre bunten Gewänder nach dem Vorbild der mittelalterlichen Schäfertracht waren wie immer eine Augenweide. Dass sie immer noch keine Schuhe anziehen, war das große Thema. Auch Lindner zog Schuhe und Socken aus, um einmal barfüßig Polka zu tanzen. Beim Lied „Lustig ist das Zigeunerleben“ schunkelten alle im Saal stehend.

Fröhlich ging es mit Angela Wiedl weiter. Auch sie präsentierte alte Nummer 1- Hits, die aus der Feder von Ralph Siegel stammen, Aktuelles sowie mit „Ach, ich hab’ in meinem Herzen da drinnen“ einen Ausflug in die Operette. Mit dem schwersten Jodler, den es gibt, dem „Erzherzogjodler“, fiel Wiedl vor Jahren dem Erfolgskomponisten auf. Selbstverständlich beherrscht sie ihn heute immer noch, was sie eindrucksvoll bewies.

Dann forderte sie das Publikum zu einem Jodelkurs auf, den sie im flotten Jive-Rhythmus anstimmte. Das Publikum machte begeistert mit, was Lindner auf die Idee brachte, einen Hersfelder Lindner-Chor zu gründen.

Ein amüsantes Schmankerl war die Kochszene. Lindner, der gelernte Koch, ließ seine Kolleginnen die Kartoffeln schälen und schneiden, um diese dann abzuschmecken und leidenschaftlich umzurühren. Schnell waren Verkoster gefunden, denn Wiedl holte die zuvor ausgelosten Gewinner zweier Karten für eine Weihnachtsshow auf die Bühne.

So hatten Josef und Hannelore Pospischil an diesem Tag mehrfach Glück, denn sie durften nun vor dem Kamin sitzend den Kartoffelsalat, der ein bisschen viel Essig abbekommen hatte, wie Lindner zugab, aufessen. Dazu wurden sie mit Wein und alten Schlagern verwöhnt.

Wiedl tanzte ihnen eine Lambada vor. Klar, dass man dabei gute Laune bekam und sich daheim einen Kartoffelsalat machen wollte. Die passende Musik dazu konnte man sich im Foyer kaufen, ebenso das Kochbuch von Patrick Lindner.

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