Wo ist der Sommer? Die Besucherzahlen in den Freibädern gehen drastisch zurück

Flaute in den Freibädern

Leeres Becken: Schwimmmeister Thomas Thimet und Tochter Nelly schauen betrübt auf das fast leere Becken des Philippsthaler Freibads. Foto: Hornickel

Hersfeld-Rotenburg. Gähnende Leere in den Schwimmbädern. Von Sommer keine Spur. Wind, Regen und Kälte haben die Besucher aus den Freibädern im Landkreis vertrieben. „Die Besucherzahlen sind drastisch gesunken“, sagt Peter Sobisch, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Hersfeld. Wo an heißen Tagen bis zu 2000 Besucher das Geistalbad in Bad Hersfeld füllen, waren zuletzt gerade mal noch an die 136 Gäste wagemutig genug, ins Wasser zu springen. „Wir müssen permanent an Personal reduzieren“, sagt Sobisch. Die Öffnungszeiten werden allerdings beibehalten, da viele Stammschwimmer sich von Regen und Kälte nicht abhalten ließen.

Ähnliche Probleme hat auch das Fritz Kunze Bad in Heringen. „Bei gutem Wetter haben wir an die 800 Besucher, manchmal sogar 1500. Im Moment sind es gerade mal 100 bis 200“, erklärt Bürgermeister Ries. Da das Bad aber über einen Innenbereich mit Hallenbad verfüge, können sich die Besucher wenigstens dort aufhalten. „Wir kürzen auch kein Personal. Die Menschen müssen auch ihre Familien versorgen“, erklärt Ries.

Harald Grau, leitender Schwimmmeister im Waldschwimmbad Rotenburg erklärt, dass vor allem die Kinder fehlten. Stammgäste wären morgens und abends da, nachmittags käme aber die große Flaute. „Es fehlen eben die Ferienkinder und ihre Eltern, die den Sommer zu Hause im Freibad verbringen.“

Alles beibehalten

„Wir haben trotzdem geöffnet, egal wie viele Besucher kommen“, sagt Grau. An Personal habe er nichts reduziert und auch die Öffnungszeiten seien geblieben. Ähnlich argumentiert auch Artur Kremser, Fachangestellter für Bäderbetriebe in Bebra. „Wir sind eine öffentliche Einrichtung und wenn die Leute schwimmen wollen, sollen sie schwimmen können und zwar in gewohnt sauberem Umfeld.“

Trotzdem stehen momentan wohl viele Schwimmmeister am Rand und schauen in die leeren Becken. Man kann nur hoffen, für Schüler, Urlauber, Schwimmbadliebhaber und Personal, dass der Sommer doch noch zurückkehrt. (lb)

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