Jubiläum: Fischereiverein Bad Hersfeld besteht seit 75 Jahren – Naturschutz

Fische zu Wasser lassen

Fischereiverein früher: Erwin Dümmel präsentiert sich stolz mit seinem Fang, den er mit einer Bambusrute aus dem Wasser geholt hat.

Bad Hersfeld. Der Fischereiverein Bad Hersfeld ist der älteste und größte Fischereiverein in der Region. Am Freitag, 26. August, feiert er sein 75-jähriges Bestehen in der Fischerhütte in der Unterau. Das Festprogramm beginnt um 17.30 Uhr. Für Musik sorgt nach dem offiziellen Teil die Hot Washboard Company. Im Laufe des Abends werden sich die Fischer dann mit den Gästen der Sommer-Cohibar mischen.

Denn der Fischereiverein hat gemeinsam mit einem Bad Hersfelder Gastwirt einen Weg gefunden, sein Gelände gastronomisch zu nutzen und so über die Pacht die laufenden Kosten für die Anlage mitzufinanzieren.

Wie bei den meisten anderen Vereinen auch, fällt beim Fischereiverein die Mitgliederzahl eher, als dass sie steigt. „Die jüngeren Leute sind beruflich stark eingespannt oder wandern ab“, sagt Vorsitzender Jochen Krause. Dass dennoch immer wieder neue Angler dazu kommen, das liegt auch an der sehr aktiven Jugendarbeit – der Verein hat eine Jugendgruppe mit 30 Mitgliedern.

Anteil daran hat aber auch die Arbeit der zwölf Fischereiaufseher des Vereins. Die überprüfen nämlich regelmäßig, ob alle, die ihre Angel in Fulda oder Haune halten, auch dazu berechtigt sind. Sind sie es nicht, werden sie freundlich dazu aufgefordert, dem Verein beizutreten und eine Fischerprüfung abzulegen.

Schonzeiten und Schutzfristen

Anschließend darf dann in den Gewässern, die der Verein gepachtet hat, jederzeit geangelt werden – unter Beachtung der Schonzeiten und Schutzfristen für die jeweiligen Fische, versteht sich.

Nicht zuletzt macht das Angeln einfach Spaß. Man kann die Ruhe und Einsamkeit in der Natur genießen, seltene Tiere, wie den Biber oder den Eisvogel beobachten, schwärmt Jochen Krause. Man kann das Angeln gesellig betreiben, mit Freunden plaudern oder grillen. Das Angeln kann aber auch Sport sein, beim Fliegen- oder Spinnfischen oder auch beim Schleppfischen im Ruderboot. „Das ist körperlich ganz schön anstrengend“, sagt Krause.

Bei alledem verstehen sich die Angler auch als Naturschützer. 13 bis 15 000 Euro geben sie jedes Jahr für den Fischbesatz ihrer Gewässer aus und haben dabei nicht nur Fische im Blick, die für Angler interessant sind, wie Hecht, Zander oder Karpfen, sondern auch Äschen, Moderlieschen, Elritzen, Edelkrebse oder Muscheln, die das Biotop aufwerten.

Sehr schnell merken die Angler, wenn es Probleme in einem Gewässer gibt. Die Strömung der Haune, zum Beispiel, sei durch Staustufen so verlangsamt, dass der Fluss verschlamme, beklagt Krause. Es gebe keine Kiesflächen mehr, in den die Bachforelle ablaichen könne.

Von Christine Zacharias

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