Unternehmen zahlen deutlich weniger Gewerbesteuer voraus

Firmen im Kreis droht Wirtschaftsflaute

Hersfeld-Rotenburg. Warnungen gibt es seit geraumer Zeit, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung abschwächen könnte. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg untermauern aktuelle Zahlen diese Befürchtung: Die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer sind in diesem Jahr geradezu eingebrochen.

Das zeigen Zahlen des Statistischen Landesamtes für die ersten drei Quartale 2014. Summiert man die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer, die die Firmen an die 21 Städte und Gemeinden im Kreis abführen, dann wurden bis Ende September 28,9 Millionen Euro eingenommen. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr waren es noch 49,2 Millionen Euro – ein Rückgang um über 41 Prozent.

Ausgewirkt haben sich insbesondere wirtschaftliche Schwierigkeiten einzelner Unternehmen. Bad Hersfeld büßte deshalb allein sieben Millionen Euro ein. In Nentershausen beträgt das Minus über 80 Prozent. In Heringen und Philippsthal, die 2013 noch über 26,6 Millionen Euro an Vorauszahlungen verbuchten, haben sich die Zahlen aufgrund diverser Probleme des Kalikonzerns K+S halbiert.

Mittelbar hat das auch Auswirkungen auf den Landkreis, dessen Einnahmen aus der Kreis- und Schulumlage sinken. Sie werden jedoch bislang über die Schlüsselzuweisungen aus dem Kommunalen Finanzausgleich kompensiert. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt ist optimistisch, weil der aktuelle Rückgang von einzelnen Gewerbesteuerzahlern abhängt: „Wir gehen davon aus, dass sich die Lage wieder stabilisieren wird.“

Die vorliegenden Zahlen ließen auf eine stabile Konjunktur schließen: „Es gibt durchaus auch positive Entwicklungen“, sagt Schmidt. Entsprechend hält er an dem Ziel fest, dass der bislang defizitäre Kreishaushalt 2016 ausgeglichen wird. Für das Haushaltsjahr 2015 sollen daher die Umlagen weiter bei 55,5 Prozent verharren. Zum Tage,

Hintergrund, Seite 2

Von Marcus Janz

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