Schülerzahlen an den Beruflichen Schulen sinken

Firmen holen Lehrlinge direkt von der Schule

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr junge Leute beginnen nach der Schule gleich eine Ausbildung. Zwischengeschaltete Schulformen wie die Berufsfachschulen verlieren an Bedeutung. Das erklärten jetzt die Verantwortlichen beim Staatlichen Schulamt für die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner in Bebra.

Als Grund nennen Amtsleiterin Anita Hofmann, Stellvertreter Gerhard Finke und Arne Stückradt, von der Modellschule abgeordneter Oberstudienrat, die insgesamt sinkenden Schülerzahlen an den Beruflichen Schulen aufgrund der abnehmenden Bevölkerungszahl. Das größte Minus verzeichnen die Beruflichen Schulen in Witzenhausen mit fünf Prozent und die in Bad Hersfeld mit 3,5 Prozent.

Die Berufsfachschule Ernährung in Bebra wird nur bei entsprechender Nachfrage weitergeführt werden. In Bad Hersfeld wird es keine zweijährige Berufsfachschule Sozialpädagogik mehr geben. In Bad Hersfeld und in Heimboldshausen gibt es aber weiterhin die höhere Berufsfachschule Sozialassistenz, die Voraussetzung für die Erzieherausbildung (Fachschule Sozialpädagogik) ist.

Im gesamten Schulamtsbereich wird kein Berufsgrundbildungsjahr mehr angeboten. Die besonderen Bildungsgänge der Berufsvorbereitung (BVJ) existieren noch in Form von sogenannten EIBE-Klassen in Eschwege, Witzenhausen und Bad Hersfeld. EIBE ist ein Europäisches Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt. Überwiegend Jugendliche mit ausländischen Wurzeln werden hier besonders gefördert. Hier ist der Bedarf gleichbleibend hoch.

Allgemein sei festzustellen, dass die allgemeinbildenden Schulen die Schüler länger in ihrem System hielten. Ein Beispiel seien die „Schule und Beruf-Klassen (SchuB)“ in Eschwege, Rotenburg und Bad Hersfeld, in denen Jugendliche mit Problemen zum Hauptschulabschluss geführt werden. SEITE 2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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