Die Firma Stadt

Karl Schönholtz

Konzept und Logo für die Schilde-Halle machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Warum soll das von Managerin Anne Groß jetzt angeschobene Marketing also keinen Erfolg haben? Dennoch stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, welche im Grunde privatwirtschaftlich zu betreibenden Unternehmungen sich die Stadt Bad Hersfeld noch ans Bein binden will. Die beabsichtigte Privatisierung des Kurbetriebs hat nicht stattgefunden, die Vitalisklinik bleibt vorläufig auf der Payroll der Stadt, beim „wortreich“ sitzt die Stadt entgegen ursprünglicher Absichten mit im Boot, und für den Fortbestand der Fachhochschule StudiumPlus haben sich die Parlamentarier gerade erst zu dauerhafter Unterstützung verpflichtet. Alles kein Problem, solange erfolgreich gewirtschaftet wird und die Gewerbesteuer reichlich in den städtischen Haushalt fließt. Doch all das kann zum Problem werden, weil es eben auch mit Risiko behaftet ist. Bürgermeister Thomas Fehling ist da nach eigenem Bekunden zwiegespalten, will einerseits geerbte Projekte zum Erfolg führen, denkt als Liberaler im Grunde aber anders.

Und allem Anschein nach werden sich Fehling und die Stadtparlamentarier dieser Problematik schon bald stellen müssen: Der drohende Gewerbesteuer-Ausfall von rund zwei Millionen Euro kehrt das Hersfelder Credo „Das können wir uns leisten“ wohl in die Frage „Was können wir uns (noch) leisten?“ um. Dazu passt dann auch der persönliche Feldzug des Stadtverordneten Hans-Jürgen Schülbe, der ein weiteres Mal die Diskussion um das Millionen-Defizit der Hersfelder Bäder angezettelt hat.

Bis zur nächsten Landratswahl ist ja noch eine Weile Zeit. Gut für die CDU, bei der weit und breit kein geeigneter Kandidat in Sicht ist. Bei der SPD hingegen steht Vize-Landrätin Elke Künholz in der Pole-Position. Es sei denn, sie entschließt sich doch, ihr Nachrückermandat für den Hessischen Landtag anzunehmen, das sie noch in ihrer alten Heimat, dem Lahn-Dill-Kreis errungen hat. Noch kokettiert Künholz ein wenig. Aber bald muss sie ganz offiziell über Annahme oder Verzicht des Mandats entscheiden.

Wir tippen mal, sie bleibt hier!

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