Zwiespältiges Echo im Ausschuss auf Genehmigung des defizitären Hersfelder Haushalts

Finanzlage bleibt schwierig

Bad Hersfeld. Die Genehmigung des städtischen Haushalts durch den Landrat war in Bad Hersfeld bislang Formsache und in den Gremien so gut wie nie Anlass zur Diskussion.

Das ist in diesem Jahr, in dem der Etat im Verwaltungsteil ein Defizit von mehr als sieben Millionen Euro aufweist und ein Haushaltssicherungskonzept erstellt werden musste, anders.

Zwar hat das Zahlenwerk für 2014 jetzt ebenfalls das Placet der Genehmigungsbehörde, doch der mehrseitige Begleittext enthält zum Teil strenge Auflagen. So muss beispielsweise die Aufnahme jedes einzelnen neuen Kredits als notwendig nachgewiesen und gesondert abgesegnet werden.

Auch in einer Vielzahl von weiteren Punkten muss noch nachjustiert werden, weil Bad Hersfeld im nächsten Jahr erstmals – und das nicht freiwillig – die doppische Buchführung anwenden wird.

Im Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung berichtete Bürgermeister Thomas Fehling zudem, dass seine Verwaltung bis dahin noch vier Schlussbilanzen für zurückliegende Jahre zu erstellen hat. Diese und andere „Herausforderungen“ bezeichnete er als „sportlich“ und die Zielvorgabe möglicherweise als nicht einzuhalten.

Auch die aktuellen Finanzdaten geben keine Entwarnung: Die Einnahmen bei der Gewerbesteuer liegen aktuell leicht unter den Planzahlen. Das sei zu diesem Zeitpunkt kein Grund zur Sorge, sagte Fehling, doch ein Zurück zu den deutlich höheren Einnahmen vorheriger Jahre sei nicht zu erwarten.

Ausfälle bei der Gewerbesteuer waren es, die die Stadt zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hatten. Immerhin: Der Kartenverkauf bei den Bad Hersfelder Festspielen liegt dank guter Kritiken weiter über den Vergleichszahlen des Vorjahres.

Der Ausschuss nahm die Haushaltsgenehmigung zur Kenntnis, und das wird am kommenden Donnerstag auch die Stadtverordnetenversammlung als Ganzes tun.

Von Karl Schönholtz

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