Bundestagsabgeordneter Michael Roth: Krankenhausfinanzierung muss verbessert werden

Finanzen in der Pflege angespannt

Diskutieren im Klinikum Bad Hersfeld über gute und qualifizierte Pflege (von links): Pflegedienstleiter Helmut Bode-Nohr, Betriebsrat Friedemann Kloss, Betriebsrätin Renate Vocke, Pflegedienstleiterin Eva Fehr, Bundestagsabgeordneter Michael Roth und Pflegedirektorin Karin Otto-Lange. Foto: Markus Teglas

BAD HERSFELD. Für eine gute, qualifizierte und bezahlbare Pflege setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bad Hersfelder Klinikums ein. Bei einem Gespräch zwischen Pflegedienstleitung und Betriebsrat mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) wiesen die Beschäftigten auf die angespannte Lage in ihrem Krankenhaus hin: „Schon jetzt muss unser Personal immer mehr leisten. Die anstehenden Lohnsteigerungen im öffentlichen Dienst müssen wir fast ohne Ausgleich allein finanzieren“, so Pflegedirektorin Karin Otto-Lange. „Selbstverständlich soll unser Personal an der Einkommensentwicklung teilhaben“, betonte Betriebsrat Friedemann Kloss. Aber in der Frage der Finanzierung fühle man sich im Stich gelassen. Die Pflegeexperten bemängeln dabei die aus ihrer Sicht wirklichkeitsfernen Finanzierungsrichtlinien in der Krankenhausfinanzierung: „Mit der Praxis haben diese Berechnungen manchmal nichts mehr zu tun.“ klagte Kloss.

Der Kritik an der ungenügenden Krankenhausfinanzierung schloss sich Roth an. „Wir haben 2009 in Berlin in unserer Regierungsverantwortung eine Reform der Finanzierung beschlossen, wonach ab 2011 ein einheitlicher Orientierungswert gelten sollte, der die tatsächlichen Kosten der Krankenhäuser abdeckt. Schwarzgelb ist da leider wieder ausgestiegen und hat den Kompromiss mit dem GKV-Finanzierungsgesetz Ende 2010 wieder aufgekündigt“, so der Abgeordnete.

Als besonderes Verdienst des Hersfelder Klinikums hob Pflegedirektorin Otto-Lange die gute Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor. Stolz sei man auf den Spitzenstellung des Klinikums in der Qualifizierung des Personals: „98 Prozent unsere Pflegepersonals ist examiniert und mit unserer hohen Ausbildungsquote bilden wir weit über Bedarf aus und unterstützen damit das gesamte Gesundheitswesen in der Region“, betonte Otto-Lange. (red/ks)

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