Bad Hersfeld erwartet bis nächsten Montag rund 450 000 Besucher

Das Fierche brennt: Lullusfest ist eröffnet

Bad Hersfeld. Mit dem Entzünden des traditionellen „Fierche“ ist gestern in Bad Hersfeld das Lullusfest eröffnet worden. Zu diesem mit weit über 1150 Jahren wohl ältesten Volksfest Deutschlands werden bis zum kommenden Montag rund 450 000 Besucher erwartet.

Die traditionelle Lolls-Rede hielt diesmal der amtierende Bürgermeister, Dr. Lothar Seitz, der seit dem Ausscheiden von Hartmut H. Boehmer und bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters im November die Amtsgeschäfte im Rathaus führt. Seitz gab zunächst einen Rückblick „auf ein sehr bewegtes Jahr“ und erwähnte dabei unter anderem die Fortschritte bei den Arbeiten am Schilde-Park, die Eröffnung der Fachhochschule, sowie die 60. Bad Hersfelder Festspiele, deren Defizit den städtischen Haushalt belaste. Seitz betonte, dass die Stadt zu den Festspiele stehe.

„Mit Löwenmut, Gottvertrauen und Zivilcourage gehen wir die Probleme an“, rief er den vielen tausend Besuchern zu, die sich rund um die Feuergrube und auf dem historischen Marktplatz versammelt hatten.

Seitz würdigte auch Alt-Bürgermeister Boehmer, dem die Stadt nach dessen 26 Jahren im Amt „zu großem Dank verpflichtet“ sei. Mit Blick auf die bevorstehenden Bürgermeisterwahlen erinnerte Seitz an den Lolls-Frieden, der den Wahlkampf in der Volksfestwoche verbietet. Seitz appellierte zugleich an die Bürger, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. „Wer nicht bereit ist, ein Gemeinwesen mitzugestalten, darf sich hinterher nicht beschweren.“

Wie schon im Vorjahr steht das Lullusfest unter dem Motto „Lolls ohne Prolls“. „Wir wollen keine Schlagzeilen über Gewalt und Alkoholismus“, mahnte der amtierende Bürgermeister, aber „wer kräftig arbeitet, darf auch kräftig feiern“. Pünktlich um zwölf Uhr entzündete Seitz gemeinsam mit Feuermeister Udo Roßbach das Lullusfeuer. Unmittelbar danach setzte sich der Festzug mit 48 Fußgruppen und Motivwagen durch die Innenstadt in Bewegung. Lokalseiten 2,3,9 und ZUM Tage

Von Kai A. Struthoff

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